Was kann Kreativwirtschaft?

Kreativwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten weltweit zu einem der dynamischsten Wirtschaftszweige entwickelt. Kreativwirtschaft ist eine Zukunftsbranche. Ihre Akteur:innen sind wertvolle Kompliz:innen und Impulsgeber:innen für Innovationen sowie Lösungsanbieter:innen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen. Wir begegnen ihrem Schaffen täglich: in der Architektur unserer Häuser, dem Design unseres Smartphones, der User Experience am Fahrkartenautomaten, während der Zoom-Konferenz. Eine Welt ohne Kreativwirtschaft? Kaum denkbar. Und dennoch wird die Bedeutung der Kreativwirtschaft noch immer unterschätzt. Wir laden Leser:innen in einer dreiteiligen Artikel-Reihe dazu ein, mehr, vielleicht sogar überraschendes über die Branche und ihre Schlagkraft sowie über die Rolle der THAK zu erfahren.

Das kann Kreativwirtschaft: Die BUTZE! vom Büro für räumliche Gestaltung TAKTAK macht Thüringer Landschaften nachhaltig erlebbar, Foto: TAKTAK

WARUM WIR KREATIVWIRTSCHAFT BRAUCHEN

Kreativwirtschaft ist eine wichtige Wirtschaftskraft.

Die Branche ist Vorreiterin – etwa hinsichtlich Arbeitsweisen und -modellen, Innovationsprozessen sowie Ansätzen und Methoden, die zunehmend in anderen Bereichen der Wirtschaft genutzt werden.

Die Kreativwirtschaft ist eine innovative Branche und erzeugt gleichzeitig Innovationseffekte in anderen Branchen und Bereichen.

Sie baut Brücken von der analogen in die digitale Welt, indem sie die komplexen Kombinationen aus Einsen und Nullen künstlicher Intelligenzen und digitaler Anwendungen in eine intuitiv verständliche Sprache übersetzt.

Kreativwirtschaft macht Innovationen und neue Technologien anwend- und verkaufbar, indem sie sie mit Emotionen auflädt, Geschichten erzählt und Nutzererfahrungen ermöglicht.

Egal ob Pandemie, Strukturwandel, Klimakrise – die Kreativwirtschaft unterstützt Transformation durch ihre Kernkompetenzen: kreative Denk- und Herangehensweisen zur Lösung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Probleme.

Die Kreativwirtschaft wirkt positiv auf ihr regionales Umfeld. Sie kann die Attraktivität von Städten und Regionen erhöhen, das Wirtschaftswachstum beeinflussen und den Tourismus fördern.

Kreativwirtschaft steigert die Attraktivität von Regionen

Ein internationales Beispiel, bei dem Kreativwirtschaft Mehrwerte für eine ganze Region schafft, ist das Projekt des Farm Cultural Parks in Favara/Sizilien. Die verarmte und heruntergekommene sizilianische Stadt Favara hat ihre Transformation zu einem inspirierenden Ort und neu geschaffenen Magneten für Touristen dem Engagement eines Ehepaares zu verdanken, das Kunst und Kultur im wahrsten Sinne des Wortes ins (Stadt-)Zentrum der totgeglaubten Stadt und bald schon der internationalen zeitgenössischen Kunstszene rückte. Ausstellungen bekannter Künstler:innen im Innen- und Außenbereich, ein Design-Shop, Bars, Workshops, Events und Bildungsangebote für Kinder bringen nun das Herz der Stadt zum schlagen. Die Folge: steigender Tourismus, Zuzug, Investitionen. Ein Beispiel, das weltweit Anerkennung und Berühmtheit erlangt hat.

Kreativwirtschaft unterstützt Innovation

Die Thüringer Bäckerei Bergmann setzt als Vorreiterin für nachhaltiges Wirtschaften auf sinnstiftende Lieferketten, regionale Zutaten und agile Unternehmensführung. Als der Geschäftsführer Matthias Bergmann auf ein Portrait der Informationsdesignerin Claudia Zech im THAK Blog stößt, ist das der Startschuss für ein gemeinsames, langfristig angelegtes Projekt. Das Ziel: Eine ko-kreative und interaktive Ausarbeitung neuer Wege zu mehr Nachhaltigkeit. Wichtig dabei: Mitarbeiter:innen, die Kundschaft sowie Lieferant:innen der Familienbäckerei sollen einbezogen werden.

Zusammen mit dem visuellen Unternehmensberater Marko Hamel wurden eine Strategie und visuelle Tools zur besseren Kommunikation und zur Unterstützung des fortwährenden Wandels des Unternehmens erarbeitet. Digitale Workshopformate für Verantwortliche aus allen Unternehmensbereichen sowie ein Video-Podcast, in dem Matthias Bergmann über nachhaltige Themen spricht, folgten. Auch Nachhaltigkeitsbewertungen und deren Visualisierungen sind Teil der Zusammenarbeit.

Kreativwirtschaft hilft bei Transformation

Die niederländische Produktdesignerin Marjan van Aubel fügt Solarenergie in Designmöbel und Gebrauchsgegenstände ein und macht sie damit alltagstauglich. Sie selbst nennt sich Solardesignerin und verbindet Nachhaltigkeit und bestehende Technologien mit neuem, einzigartigem Design. Marjan stellt sich dabei die Frage, welche Gestaltungsalternative es für Solarmodule gibt, die für einige Menschen unschön anmuten.

Mit dem Blick auf die Funktion der Solarzelle entstand beispielsweise die Idee der Solarziegel, mit der man ebenfalls Dächer decken kann, die im Design jedoch als ästhetischer wahrgenommen werden. Oder das Forschungsprojekt „Power Plant“, bei dem ein Gewächshaus mit transparentem Solarglas das Innenraumklima mit Energie versorgt und eine solarbetriebene Leuchte, die im Fenster angebracht, die verschiedenen Lichtstadien der Sonne abbildet. Marjan van Aubel ist außerdem Veranstalterin der „Solar Biennale“, die 2022 in Rotterdam stattfand.

Das kann Kreativwirtschaft: In Favara auf Sizilien belebt der Farm Cultural Park eine vorher leblose Innenstadt mit Kunst, Kultur und Design, Foto: Claudia Köhler (THAK).

METHODEN AUS DER KREATIVWIRTSCHAFT

Die Kreativwirtschaft bringt neue Arbeitsweisen und Methoden hervor, die branchenübergreifend angewandt werden, um beispielsweise Innovation zu fördern.

  • Design Thinking lässt Innovationsvorhaben ausloten. Das Besondere ist das Zusammenbringen interdisziplinärer Teams, die an Herausforderungen unterschiedlicher Bereiche arbeiten und dabei die Kund:innen in den Fokus stellen.
  • Gamification überträgt spieltypische Elemente und Vorgänge in spielfremde Zusammenhänge und wirkt somit motivationssteigernd.
  • Cross Innovation bedeutet branchenübergreifende Zusammenarbeit. In Cross-Innovation-Prozessen können unterschiedliche Unternehmen mit der Kreativwirtschaft zusammenkommen, um die Perspektive zu wechseln oder neue Produkte zu entwickeln und Innovationen zu schaffen.
  • Graphic Recording protokolliert zeichnerisch Kernaussagen von Veranstaltungen und hält beispielsweise die wichtigsten Gedanken von Vorträgen nachhaltig visuell fest.
  • Storytelling nutzt die Affinität der Menschen zu Geschichten und bringt so etwa Botschaften von Unternehmen, Produkten und Institutionen individuell und erlebbar an die Zielgruppe.
  • Speculative Design / Alternative Reality holt Objekte und Ideen, die eigentlich aus einer anderen, zukünftigen oder künstlich geschaffenen Welt stammen, ins Hier und Jetzt und unterstützt so Entscheidungsprozesse.
Das kann Kreativwirtschaft: Mit einer Strategie, die alle Beteiligten einbezog, erarbeitete die Bäckerei Bergmann mit den Kommunikationsexpert:innen Claudia Zech und Marko Hamel ihr Nachhaltigkeitskonzept, Foto: Ideependence.
Das kann Kreativwirtschaft: Nachhaltigkeit gamifziert – Der Sustainable Dance Floor von Studio Roosegaarde erzeugt Energie beim Tanzen, Foto: Studio Roosegaarde, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons.

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Nina Palme

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