Gute Fotos, guter Kaffee, guter Austausch

Zu Besuch im Fotoloft Erfurt bei Paul Träger

Viel Spaß am kreativen Alltag und zeitlos-schöne Fotografien: Das Fotoloft und sein facettenreiches Team bringen nicht nur jahrelange Erfahrung, sondern auch ihre individuellen Stärken mit in die Kreativprojekte ein. Die persönliche Arbeit mit den Menschen vor der Kamera und 100% ungestellte Bilder liegen Gründer und Fotograf Paul Träger besonders am Herzen. In seinem Fotoloft im Erfurter Kombinat hat er neben einem klassischen Tageslichtstudio und Workspace, einen Ort für Begegnung und Austausch für die Foto- und Videografiebranche geschaffen. Wir wollten mehr erfahren und haben uns mit ihm auf Smoothie, Kaffee und Chili sin Carne getroffen.

Die Sonne strahlt durch die großen Industriefenster des Erfurter Fotolofts, als wir zum Interviewtermin eintreffen. Frischer Kaffeeduft steigt aus der Kaffeeecke hervor, es herrscht kreative Betriebsamkeit und zugleich konzentrierte Ruhe auf der Workspace-Insel des Loft-Teams. Mit einem breiten Lächeln begrüßt uns Paul Träger. Seit zehn Jahren ist er nun selbstständig als Fotograf unterwegs und arbeitet seit 2019 mit seinem festen Team, aktuell bestehend aus sechs Mitarbeitenden, im ehemaligen Kombinat in der Schlachthofstraße.

“Mein Ziel ist es, dass man am Fotoloft in Thüringen gar nicht mehr vorbeikommt, wenn man nach guten und zeitlosen Bildern für das eigene Business oder den Privatbereich sucht”, erzählt uns Paul, während er die Milch für den Kaffee aufschäumt. Mit seiner eigens entwickelten Dachmarke “Fotoloft Erfurt” deckt der Wahl-Erfurter, der ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern stammt, viele Bereiche von der Business- und Produktfotografie über Eventfotografie bis hin zu Hochzeits- und Familienfotografie ab. Den Stil der Fotos prägen natürliche Farben und Licht. Sie zeigen echte Momente und sind wiedererkennbar. Doch wie fand er seinen Weg nach Thüringen und in die Welt der Fotografie?

Die Leidenschaft zur Fotografie entsteht erstmals in Thüringen

“Nach meinem Abitur habe ich sofort mein Heimatbundesland verlassen, da ich dort keine berufliche Perspektive für mich gesehen habe. Was ich genau machen wollte, war mir aber auch noch nicht so wirklich klar, also entschied ich mich für ein Jahr im Zivildienst in Sachsen-Anhalt”, erinnert sich Paul. “Während dieser Zeit wurden meine Pläne etwas klarer: Es sollte irgendwas mit Medien werden und schließlich bewarb ich mich an mehreren Unis für den Fachbereich Angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaften, bis von der TU Ilmenau die Zusage für einen Studienplatz kam.” Im Student:innenwohnheim freundete sich Paul mit seinem Mitbewohner, einem Fotografenmeister, an und war sofort fasziniert von diesem Beruf. “Er lieh mir damals seine Kamera aus und ermutigte mich dazu, mir eigenes Equipment zuzulegen. Seit 2010 habe ich eigentlich nur noch fotografiert – sehr zum Leidwesen meines Studiums”, verrät uns der Kreative Kopf schmunzelnd. 

Es folgten erste Aufträge an der TU Ilmenau für Uni-Events aber auch für Student:innenclubs und Bewerbungsbilder seiner Kommiliton:innen. Später kamen erste Hochzeiten dazu. 2013 startete Paul dann in die Selbstständigkeit. 2016 folgte der Umzug nach Erfurt. “Alle meine Studienkolleg:innen waren mittlerweile mit ihrem Master fertig und ich noch nicht einmal mit meinem Bachelor. Also beschloss ich, mich exmatrikulieren zu lassen und nach Erfurt zu ziehen. Dazu kam, das meine erste und längste Mitarbeiterin Karo gern mit einem Praktikum bei mir starten wollte und Ilmenau bzw das zugehörige WG-Zimmer dafür definitiv nicht mehr der richtige Ort waren. Durch meine Fotojobs hatte ich erste Kontakte in die Landeshauptstadt, unter anderen zu Benjamin Stolle, der mir letztlich 2019 als damaliges Teil des Teams auch den Kontakt zu den Räumlichkeiten im Kombinat herstellte. Durch den Einzug im Mai 2019 mit meinem Team ist für mich der Traum von einem eigenen großen Studio und Kreativraum in Erfüllung gegangen.”

“Lieber zusammen weiterkommen, als sich mit Ellenbogenmentalität durch die Branche kämpfen” 

Das Fotoloft Erfurt ist primär Arbeitsort für das aktuell sechsköpfige Team, aber auch mit drei Fotosettings ausgestattet. Zudem bietet Paul die Räume als Begegnungs- und Ort des Austauschs für die Kreativbranche an: “Hier finden regelmäßig Stammtische statt, wo man über sein Business sprechen oder gemeinsame Projekte entwickeln kann. Neulich hatten wir zum Beispiel einen Videograf:innen-Stammtisch, bei dem unter anderem Dennis Schmelz und Pascal Blaurock mit dabei waren. Mit Expert:innen aus der Community zu sprechen, ist auch für uns immer sehr gewinnbringend: Wir bauen derzeit nämlich unser Leistungsportfolio mit Videoclips aus, sodass wir hierfür neue Ideen entwickeln konnten.” 

“Lieber zusammen weiterkommen, als sich mit Ellenbogenmentalität durch die Branche kämpfen”

Pauls Credo “Lieber zusammen weiterkommen, als sich mit Ellenbogenmentalität durch die Branche kämpfen” stößt auf viel Zuspruch in der hiesigen Kreativwirtschaft. Die Abende und Veranstaltungen im Loft sind immer sehr beliebt, erklärt uns der Wahl-Erfurter stolz. “Teilweise haben wir sogar eine Warteliste. Es macht mich echt glücklich, dass die Menschen hierher kommen möchten und ich Gastgeber sein darf. An diesem Ort sollen sich alle, ob Kund:innen, mein Team oder Kolleg:innen der Branche, einfach wohlfühlen und eine schöne Zeit haben können.”

Die Wahlheimatstadt kreativ mitgestalten: Humans of Erfurt

Neben klassischen Auftragsarbeiten (“kitapics”, authentische und moderne Kindergartenfotos oder “Zeit mit dir“-Fotoreportagen) setzen die Kreativen auch freie Projekte um: “Aktuell arbeiten wir in Kooperation mit feelslike.erfurt an der Interviewreihe „Humans of Erfurt“. Hierbei werden über den Instagram-Kanal des lokalen Onlinemagazins Erfurter Akteur:innen aus Kunst, Kultur und alltäglichem Stadtgeschehens vorgestellt. Wir erstellen hierfür die Portraits für die Interviews – kostenlos und mit Liebe für die Sache. Es ist uns eine Herzensangelegenheit, unsere Stadt und ihre Bewohner:innen mit derartigen Aktionen zu unterstützen Potenziale und Geschichtensichtbar zu machen. Gleichzeitig machen wir aber auch so auf eine schöne Weise auf unsere Arbeit aufmerksam. Zudem bieten die Portraitshootings eine tolle Möglichkeit, um uns an artifizielleren Bildern auszuprobieren”, erklärt uns Paul, der uns einen selbstgemachten Smoothie und Chili sin Carne aus der Teamküche kredenzt.

Die Idee stammt ursprünglich vom Projekt des Magazins New Yorker “Humans of New York”, bei der die Einwohner:innen der Stadt möglichst divers, authentisch und mit ihren zum Teil sehr bewegenden Lebensgeschichten porträtiert werden.

Als das Interview langsam zu Ende geht, stellen wir fest, dass wir gut und gerne noch den restlichen Tag hier hätten verweilen können. Im Fotoloft F83 fühlt man sich wirklich sehr schnell wie zu Hause. Oder um Paul zu zitieren: “Die Erfahrung, die man hier macht und wenn man mit uns arbeitet, sollte immer außergewöhnlich gut sein.”

Kontakt

Fotoloft F83
Schlachthofstraße 83
99085 Erfurt
www.fotoloft-erfurt.de
Mail: mail@fotoloft-erfurt.de
Instagram: @fotoloft.erfurt

Dein Interview auf unserer Webseite?

Kontaktiere mich!

Nina Palme

Kommunikation

0151 / 1290 4638

Das könnte dir auch gefallen:

5 Wege zurück zu mehr Kreativität

Raus aus gestalterischen und emotionalen Sackgassen

Fuck-up Story Dr. Molrok

Als das Gewitter ein Kunstwerk ohne schlechtes Gewissen hinfort spülte

Digitale Barrierefreiheit als neuer (alter) Standard

Im Interview mit Enrico Göbel
Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner