ORIENTIERUNG IM LABEL-DSCHUNGEL

Effektive Nachhaltigkeitskommunikation für mehr Transparenz

Das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum steigt – und mit ihm die grünen Versprechungen. Beim Lebensmitteleinkauf findet sich der Verbraucher regelmäßig in einem Dschungel aus Siegeln, Labels und Zertifizierungen wieder. Doch wie viel „Bio“ steckt wirklich in den Produkten und was bedeutet das überhaupt? Welche Rolle spielt Gleichberechtigung in den herstellenden Unternehmen und inwieweit wird bei der Produktion auf  Ressourcenschonung geachtet? Ist das klimafreundliche Produkt auch frei von Kinderarbeit?

Nachhaltigkeit ist zu einem ganzheitlichen Thema geworden, dessen komplexe Strukturen oft nicht leicht zu durchschauen sind.

Die Herausforderung:

Die Sustainable Food Systems GmbH, ein Start-Up des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) bewertet mit Hilfe der “SMART-Methode” die Nachhaltigkeitsbemühungen von landwirtschaftlichen Betrieben und Unternehmen aus dem Lebensmittelsektor. Ganze 58 verschiedene Nachhaltigkeitsthemen werden dabei analysiert.

Diese umfassende Analyse für den B2B-Bereich sollte nun für die anwachsende Gruppe der bewussten Endkonsumenten und somit für den B2C-Bereich transparent und am Point of Sale sichtbar gemacht werden. Die Erfurter Informationsdesignerin Claudia Zech nahm sich der Herausforderung an, eine effektive Nachhaltigkeitskommunikation für Lebensmittel zu entwickeln.

Der Weg:

Um eine einheitliche, transparente und allgemeingültige Nachhaltigkeitskommunikation für den Endkunden zu ermöglichen, überprüfte die Informationsdesignerin Claudia Zech zunächst die bereits vorhandene Darstellung des “SMART-Diagramms” für Unternehmen auf seine Effizienz.

In der ersten Entwurfsphase halfen sowohl recherchierte als auch individuell durchgeführte Verbraucherstudien, Marktanalysen und Experteninterviews dabei, Verbraucherwünsche aufzudecken: Transparenz und eine verständliche Darstellung sowie die Kennzeichnung nicht-nachhaltiger Lebensmittel wurden von den Konsumenten am häufigsten nachgefragt.

Parallel wurden unterschiedliche Varianten für die Darstellung der Nachhaltigkeitsbewertung am Produkt getestet, um herauszufinden, welche Produktkommunikation am Point of Sale am besten für den Konsumenten funktioniert.

Design Thinking Workshop zur Bewertungsdarstellung und -implementierung im FiBL Frankfurt, Foto: Jan von der Heyde.

Die Lösung:

Für eine übersichtliche, verständliche Darstellung wurden zunächst die 58 Bewertungskriterien der komplexen “SMART-Analyse” auf die vier wichtigsten Teilgebiete – Ökologie, Soziales, Ökonomie & Unternehmensführung – prägnant komprimiert. Entsprechend konsistent gestaltete Bewertungssymbole konzentrieren sich nun auf das Wesentliche und schaffen durch farbliche und räumliche Anpassbarkeit einen harmonischen Charakter auf jedem Verpackungsdesign.

Um zusätzlich eine interaktive Informationsvermittlung zu ermöglichen, entwickelte die Designerin die App “MehrWert”.

Sie setzt auf eine Gestaltung mit klaren Formen und Farbflächen, die die Verständlichkeit der Inhalte durch visuelle Sprache unterstützt. Fotografische Abbildungen dienen als Träger von Emotionen, Infografiken als visueller Transformator von komplexen Daten.

Über eine Produktkennzeichnung ­hinaus ermöglicht die App eine detaillierte Rückverfolgung der Ergebnisse. Direkte Vergleiche zu ­grüneren Alternativen erleichtern die Auswahl und nehmen dem Konsumenten die ­langfristige ­Suche ab. So ­entsteht ein Service-Design, das die ­Zusammenhänge der Wertschöpfungskette transparent vermittelt, Orientierung bietet und zu einem nachhaltigeren Konsumverhalten motiviert.

Als Informationsdesignerin ist Claudia Zech visuelle Übersetzerin zwischen Auftraggebern und Endkunden – immer mit dem Blick auf die ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge des jeweiligen Projekts.

Sie ist davon überzeugt, dass Designer einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten können: Lassen sie nachhaltige Aspekte mittels effektiver Informationsvermittlung in ihre Arbeit einfließen, können dadurch nicht nur Ressourcen geschont, sondern auch gesellschaftliche Probleme erkannt und angegangen, sowie komplexe Zusammenhänge verständlich gemacht werden.

Kontakt

Informationsdesign Claudia Zech
Wächterhaus 3
Nordhäuser Straße 84 / Haus 34D
99089 Erfurt
www.claudiazech.de
mail@claudiazech.de

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Nina Palme

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0151 / 1290 4638

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