Der Typ hinter der Kamera 

Alles fing mit einem Praktikum in Erfurt in einer Agentur an, als Benjamin Stolle seine Leidenschaft zur Fotografie entdeckte. Den gebürtigen Sachsen-Anhaltiner verschlug das Studium der Medientechnologie nach Ilmenau. Mit dem Studium in der Tasche beschloss der Wahl-Thüringer, sich im Fotografie-Business selbständig und fortan sein “eigenes Ding” zu machen. In der KreativTankstelle haben wir “den Typ hinter der Kamera” bei Kaffee und Kuchen zu kreativen Lebenswegen auf Umwegen, seine Leidenschaft zur Fotografie und freien Projekten befragt. 

Foto: Michelle Richter

Planlos Pläne schmieden

Feiner Kaffeeduft zieht durch die Nase, als wir die KreativTankstelle betreten. Benjamin Stolle erwartet uns schon mit kalter Limonade und aufgeklapptem Laptop an seinem Stammplatz im Coworking Café. “Ich arbeite hier oft und fühle mich sehr wohl. Es ist schön an Projekten zu tüfteln, während andere ebenfalls konzentriert an ihren Laptops sitzen.” Am meisten liebt er, dass er durch seine Arbeit hinter der Kamera immer wieder neue Leute und Persönlichkeiten kennenlernen kann. Dabei hätte Benjamins Weg auch eine andere Richtung verlaufen können: “Als es mich nach einem abgebrochenen Studium der Informationstechnik in Mittweida in Sachsen nach Ilmenau verschlug, hatte ich ehrlich gesagt noch keine genaue Vorstellung, wo es beruflich hingehen sollte.

Selbständig in der Kreativbranche als Fotograf zu arbeiten, war damals zumindest noch nicht mein Plan. Ich habe in meiner Freizeit lieber Musik mit Freunden gemacht und in einer Band gespielt. 2013 suchte ich im Zuge meines Studiums einen Praktikumsplatz und wurde in Erfurt in einer Agentur angenommen, wo ich im Grafik- und Webbereich arbeitete. Auch fotografischer Content gehörte zu meinen täglichen Aufgaben. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mehr und mehr für fotografische Aufgaben eingespannt wurde”, erinnert sich Benjamin, der sich kurz darauf in die Landeshauptstadt verliebte und beschloss, gleich ganz hierher zu ziehen. Erste Kontakte in die Fotograf:innen-Szene hatte der kreative Kopf bereits.

“Neben meinem Studium und Praktikum arbeitete für ein paar Jahre mit Sandro Jödicke von whitedesk als Partyfotograf zusammen und später – da hatte ich bereits meinen Abschluss in der Tasche und mich als Fotograf selbstständig gemacht – mit Paul Träger vom heutigen Fotoloft F83. Paul kannte ich bereits aus dem Studium in Ilmenau. Zuletzt arbeitete ich angestellt beim Erfurter Produktfotografen Maximilian Mechler, bis ich irgendwann merkte, dass ich zu 100% mein eigenes Ding machen wollte. Das war der Moment als ich mit Ben Fotodesign gestartet bin.”

Kreativität kennt keine festen Uhrzeiten

Ob Business-Shoots für Unternehmer:innen und Firmenevents, Hochzeiten oder Reportagen: Benjamins Portfolio ist so vielseitig, wie die Menschen vor seiner Kamera. Aufträge für Künstler:innen und Musiker:innen wie die Thüringer Band Crepes Sucette, Marketingfotos für die Webseite eines Erfurter Küchenstudio oder Mitarbeiter:innen-Portraits für Unternehmen verschiedenster Branchen reihen sich in den vollen Terminkalender des Fotografen, der sich alle Skills autonom beigebracht hat. Bis heute bildet sich Benjamin regelmäßig weiter, um stets am Puls der Zeit zu sein. Abends sitzt er oft noch bis in die Nacht am Schreibtisch, um sich online ein Coaching oder einen digitalen Workshop anzusehen. 

“Kreativität und Inspiration kennen keine festgelegten Uhrzeiten. Ich gehe da immer mit dem Flow” 

Go with the Kreativ-Flow

“Kreativität und Inspiration kennen keine festgelegten Uhrzeiten. Ich gehe da immer mit dem Flow”, schmunzelt Benjamin und nippt an seiner Limonade. Derzeit fokussiert er sich vor allem darauf, seine Expertisen im Social-Media-Marketing auszubauen.

„Meine Selbstständigkeit als Fotograf und mein Remote-Job im Angestelltenverhältnis bei den Dr. Ebel Fachkliniken ergänzen sich sehr gut: Hier bin ich seit ein paar Monaten im Bereich Marketing und Social Media fest ins Team integriert, mache Business-Bilder und Content aller Art für deren Online-Präsenz.

Durch die breitgefächerten Erfahrungen profitieren beide Jobs voneinander. Zudem steht es sich auf zwei Beinen besser. So kann ich mich aktuell immer mehr freien Projekten widmen, wie dem für Barber Angels Brotherhood.” 

Mit der eigenen Kreativität Gutes tun

Seit diesem Jahr ist Benjamin ehrenamtlich als Fotograf bei dem karitativ tätigen Verein Barber Angels Brotherhood tätig, in dem Friseur:innen in ganz Deutschland obdachlosen und bedürftigen Menschen ihre Friseurdienstleistungen kostenlos zur Verfügung stellen. Hier kann er sich auch mal mehr Zeit für die Menschen vor der Kamera nehmen. “Mich macht es sehr glücklich, wenn ich mit meiner Kreativität Menschen helfen und bei solch einer tollen Sache mit guten Fotos unterstützen kann. Ich würde mich freuen, wenn sich noch mehr Friseur:innen dem Verein anschließen sowie Kreative die Idee mit ihrer Expertise im Marketing und der Fotografie unterstützen würden.” 

“Mich macht es glücklich, wenn ich mit meiner Kreativität Menschen helfen kann” 

Ice-Breaker und gute Momente

“Im Fotografie-Business gibt es oft Tage, an denen alles schnell gehen muss. Dennoch ist es sehr wichtig, eine gute Stimmung und Verbindung zu den Menschen vor der Kamera herzustellen. Ich breche das Eis meist durch Witze: Neulich hatte ich einen Geschäftsführer vor meiner Linse und meinte: ‘Denken Sie mal an etwas Schönes, wie eine Gehaltserhöhung!’, da musste er so lachen, dass wir schnell gute Fotos hatten”, erzählt Benjamin.

Wir beschließen die letzten Sonnenstrahlen des Erfurter Sommers zu erhaschen und setzen unser Gespräch draußen fort. Im Garten der KreativTankstelle machen wir es uns bequem und reden über zukünftige Pläne. „Derzeit plane ich meinen Website-Relaunch zusammen mit dem Erfurter Grafikdesigner Sascha Simon und Webprogramierer René Schuman. Ansonsten freue ich mich auf weitere Projekte und das eine oder andere Netzwerktreffen mit Kolleg:innen aus der Branche bei Paul im Fotoloft, dem MENT oder der THAK.” 

Kontakt

BEN Fotodesign
Mail: ben@ben-photo.org
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