Reisebegleiter durch den Wandel

Kreativschaffende als Innovationskomplizinnen

Unternehmerinnen und Unternehmer bewegen sich in Thüringen nicht erst seit dem vergangenen Jahr in einem von permanenter Veränderung geprägten Umfeld. Die digitale Vernetzung, der demografische Wandel und neue Arbeitswelten ordnen die Wirtschaft schon länger neu und sorgen für Unsicherheiten. Die Ausbreitung des Corona-Virus und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen haben diesen Prozess verstärkt und stark beschleunigt. Corona hat Vieles offengelegt, was vorher bereits virulent war.

Viele der rasanten Entwicklungen, die Unternehmer und Unternehmerinnen angesichts dieser Dynamik durchleben, erleben sie unfreiwillig – keine Frage. Oft werden aber gerade unfreiwillig gute und wertvolle Erfahrungen gemacht. 

Grafik: kreatikar.

Kreativwirtschaft als Zünglein an der Waage

Die aktuelle Situation ist damit Chance und Krise zugleich. Sie ist ein zweischneidiges Schwert und Kreativschaffende sind vielleicht das Zünglein an der Waage, wenn gewogen wird, wohin die noch andauernde Entwicklung gesellschaftlich und wirtschaftlich führt. Denn es sind Kreativschaffende, die die Instrumente im Koffer haben, um unter Unsicherheit manövrierfähig zu bleiben. Sie sind Grenzgänger und Grenzgängerinnen an den Schnittstellen zwischen Wirtschaft, Kultur, Technologie und Gesellschaft. Wenn Althergebrachtes von jetzt auf gleich seine Funktion verliert, haben Kreativschaffende die schöpferische Kraft, die Dinge wieder neu und besser zusammenzusetzen. 

Mit diesen Fähigkeiten ausgestattet, können und sollten Kreativschaffende wertvolle Innovationskomplizinnen und -komplizen sowie verlässliche Reisebegleiter und -begleiterinnen durch den Wandel sein – im digitalen Raum genauso wie bei der kreativen Neubetrachtung überholter Strategien und Produkte. Die letzten Monate haben jedoch gezeigt, dass das, was Kreativschaffende leisten sollen, nicht selten als verzichtbar empfunden wird. Während das, was sie leisten könnten, unverzichtbar ist, aber noch viel zu häufig ungesehen bleibt. Damit laufen wir Gefahr die Potenziale der Branche weitgehend ungenutzt zu lassen.

„Kreativschaffende sind wertvolle Innovationskomplizinnen und -komplizen“

Grafik: mohamed_hassan.

Ästhetisches Sahnehäubchen oder Katalysator für Neues?
Die Potenziale der Branche ließen sich jedoch um ein Vielfaches potenzieren. Dafür müssten kreativwirtschaftliche Leistungen allerdings nicht erst am Ende der Wertschöpfungskette als „ästhetisches Sahnehäubchen”, sondern bereits frühzeitig in der Phase der Ideenfindung als Katalysator genutzt werden. Erst dann werden Kreativschaffende zu Innovationskomplizen und -komplizinnen bei der Bewältigung unternehmerischer, aber auch gesellschaftlicher Herausforderungen. Denn ihr Drang zu gestalten, zu hinterfragen und neu zu entwerfen lässt sie früher als andere die Leitplanken alter Muster loslassen.

Mit kreativwirtschaftlicher Expertise und Methodenkompetenz an der Seite könnte damit jedes Unternehmen den Aufbruch zu neuen Ufern wagen und im branchenübergreifenden Zusammenspiel mit der eigenen Kernkompetenz auch oft sehr viel früher dort ankommen. 

Wie stark werden kreative Leistungen in Thüringen genutzt und wie hat sich das Angebot und die Nachfrage im Zuge der Corona-Situation entwickelt? Im Zuge einer Onlinebefragung erhielt die THAK Antworten auf diese Fragen von 71 Kreativunternehmen, die Sie im Teil 2 dieses Beitrages mit dem Titel „6 Thesen aus der Thüringer Kreativwirtschaft“ nachlesen können.

Titelbild: jmexclusives.

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Podcastgast: AGD Geschäftsführerin Victoria Ringleb

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