Im Portrait: die Eisenacher Kreativagentur Filmwild

Im Gespräch mit Sebastian Stolz

Der gebürtige Thüringer Sebastian Stolz gründete vor circa zehn Jahren die Kreativagentur filmwild. Hierbei geht es um weit mehr als reine Filmproduktion: Mit seiner einzigartigen Geschäftsidee vereint der kreative Kopf als Filmschaffender audiovisuelle Unternehmenskommunikation und -fotografie mit Beratung im Bereich (Personal-)Marketing sowie Innovations- und Unternehmenskultur mit individuellen Trainings, Workshops und künstlerischen Interventionen. Wir wollten mehr über sein auf Individualität ausgelegtes Konzept erfahren und haben Sebastian Stolz zum digitalen Interview in Eisenach getroffen.

Sebastian Stolz, Foto: Christopher Schmid.

Ein Kindheitstraum wird wahr

Bereits als Kind träumte der in Gera geborene Sebastian Stolz von einer Karriere in der Kreativbranche. Sänger, Schauspieler, Maler oder Filmschaffender? Doch so einfach war es nicht, erzählt Sebastian, als wir uns im Zoom-Meeting treffen. „In den 80er Jahren in der DDR gab es Institutionen, die für dich einen Plan hatten. Um deinen Traum zu leben, brauchtest du eine ordentliche Portion Glück oder entsprechende Kontakte”, erinnert sich der Unternehmer.

Im Alter von 16 Jahren klopfte das eben benannte Glück an die Tür. Am Theater in Gera fand ein Casting für ein Theaterstück statt und Sebastian Stolz ergatterte seine erste Schauspielrolle in der sogenannten „TheaterFABRIK Gera“: „Die TheaterFABRIK Gera war der ideale Ort, um sich künstlerisch auszuprobieren. Es gab ein deutschlandweit einzigartiges Konzept – Jetzt! Junge machen ihr Theater. – bei dem wir unter professionellen Bedingungen, die ein Stadttheater zu bieten hat, Theater selbst konzipieren, schreiben, inszenieren oder spielen konnten. Damals fingen wir auch an mit ersten Filmformaten zu experimentieren und ich war begeistert von der Komplexität dieses Mediums.

zu dieser Zeit legte ich wohl den ersten Grundstein für mein heutiges Unternehmen, das kreative Prozesse mit konkreten Ergebnissen sowie pädagogischen Komponenten vereint.”

Während die meisten seiner Freunde aus der TheaterFARBIK nach Berlin zogen, um zu studieren, zog es den umtriebigen Thüringer nach Polen. In der Filmstadt Lódz knüpfte er schnell Kontakt mit professionellen Filmschaffenden und dreht erste Kurzspielfilme die bei Festivals und in Independentkinos liefen.

„Ich bekam erste Aufträge, hangelte mich durch ein paar unseriöse Jobs, bis ich mir meine erste Panasonic-Kamera leisten konnte. Das war so ein unglaublicher Moment – mein erstes eigenes professionelles Equipment!” In Lódz trafen sich einmal im Jahr die internationalen Filmgrößen zur Camerimage, es gab Workshops für den Nachwuchs und so lernte er immer mehr dazu, professionalisierte sich stetig und kehrte 2006 schließlich nach Deutschland zurück.

Zunächst arbeitete Sebastian Stolz am Hans Otto Theater in Potsdam. „Nach dem Intendantenwechsel in Potsdam bekam ich ein Angebot vom Theater Eisenach für die Leitung des Jungen Schauspiels, das ich nicht ausschlagen konnte. Doch schnell wurde mir klar: Das Theater war mir zu wenig rebellisch und viel zu institutionell. Die freie und kreative Zeit in Polen hatte mir gezeigt: Ich möchte unbedingt Filme produzieren und das als selbstständiger Kreativer für Unternehmen. Das war die Geburt von filmwild. Eine Kreativagentur mit komplett anderem Ansatz.”

Foto: Christopher Schmid.

Filme von filmwild: authentisch, nahbar und höchst individuell

Von Anfang an war Sebastian Stolz klar, dass er filmwild nicht nur gründen möchte, um Unternehmensfilme zu produzieren. „Ich verbinde Kommunikation mit der Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeitenden und dem Herausarbeiten der Individualität des Unternehmens.

Ich beziehe meine Kunden und Kundinnen in kreative Prozesse nicht nur mit ein, sie sollen selbst zu Künstlern und Künstlerinnen werden. Deshalb entstehen die konkreten Inhalte der Foto- und Filmaufnahmen durch die Menschen, für die ich Projekte umsetze. Die Ergebnisse sind einzigartige, partizipative Imagekampagnen, die die Seele des Unternehmens und derjenigen, die dafür arbeiten, authentisch widerspiegeln.”

Eines seiner Lieblingsprojekte ist für die Bildungsakademie Sachsen entstanden – ein Ausbildungs- und Recruitmentfilm mit viel Storytelling: „Mit Lernenden und Lehrkräften entwickelten wir eine Kampagne zur Nachwuchsgewinnung für verschiedene Berufe, die zum Teil sehr klischeebehaftet sind.

In Workshops entwarfen wir die Drehbücher zu den Filmen. Einige der Teilnehmenden haben – neben professionellen Schauspielern und Schauspielerinnen – in den Filmen auch mitgespielt.

Die Filme wurden in kleinen Clips auf Social Media-Kanälen gestreut”, erzählt Sebastian Stolz. Seine Augen leuchten. Hier sitzt jemand vor uns, der wirklich liebt, was er tut. Langsam dämmert uns, dass der Agenturleiter von filmwild nicht zu viel versprochen hat, als er anfangs von seiner „einzigartigen Idee” sprach. Wir fragen nach weiteren Projekten. „Eines meiner letzten Projekte war auch sehr spannend. Ich bekam als Auftrag zunächst einen klassischen Imagefilm, der sich schnell zu einer ausgewachsenen Kampagne entwickelte. Für die HIWESO GmbH entwickelten wir mit dem Ansatz unserer partizipativen Unternehmensentwicklung in vier Workshops gemeinsam mit der Belegschaft eine Kampagne bestehend aus Werbespot und Unternehmensfilm. Die Ergebnisse bilden eine Verschmelzung von Kurzspielfilm und Unternehmensfilm und sind durch die Einbindung der Mitarbeitenden – wie alle meine Projekte – authentisch, nahbar und höchst individuell.”

Offenes Ergebnis und Einbindung der Kundschaft in den kreativen Prozess0

Seine Kunden und Kundinnen kommen aus unterschiedlichen Bereichen und Branchen. Dabei folgt die Zusammenarbeit immer einer bestimmten Struktur. „Zunächst starte ich mit einem gemeinsamen Workshop, um das Unternehmen kennenzulernen, die Teilnehmenden sind Experten für ihr Fachgebiet, das ich bis zu einer gewissen Tiefe verstehen muss. Mithilfe spezieller Kreativitätstechniken sammeln wir sehr spezifische Informationen über das Unternehmen. Der gemeinsame künstlerische Prozess startet spätestens, wenn es zu den Reflexionsmethoden über die unternehmerischen Aktivitäten und die Rolle des Einzelnen kommt. Ziel des Workshops ist die Arbeitsroutine zu durchbrechen und neben fachlicher Expertise die spannenden Geschichten der Unternehmen sichtbar zu machen. Meine Aufgabe danach ist im Austausch mit den Teilnehmenden das Material bestehend aus Informationen, Erkenntnissen und Geschichten in eine ästhetische Form zu bringen, das ist dann das Drehbuch – dieses Vorgehen schärft das Gemeinschaftsgefühl, fördert die Identifikation mit dem Unternehmen und das Bewusstsein über die Sinnhaftigkeit der Arbeit jedes Einzelnen. Der ganze Prozess wird von mir sowie von weiteren Experten und Expertinnen aus meinem Netzwerk aus den Bereichen Schauspiel, Musik, Film und Theater professionell begleitet.”

Mit dem Filmemacher Christian Fleischer aus Weimar arbeitet er beispielsweise regelmäßig zusammen. Perspektivisch fände Sebastian Stolz es jedoch spannend, einmal ein Projekt nur als Coach zu begleiten: „Ich möchte bald ein Projekt realisieren, bei dem die Firma im Grunde den ganzen schöpferischen Prozess des Filmemachens selbst gestaltet – vom Drehbuch über die Dreharbeiten bis zur Postproduktion, also dem Filmschnitt. Ich fungiere dann nur noch als eine Art Supervisor.”

Die neue Währung: Aufmerksamkeit

„Anfangs war meine Arbeitsweise noch sehr erklärungsbedürftig und meine Kunden und Kundinnen sind ab und an auch heute noch skeptisch, wenn ich erkläre, wie der beauftragte Film entsteht. Mittlerweile habe ich einige Referenzprojekte, die zeigen, welche Vorteile partizipative Filme haben und welchen nachhaltigen Effekt diese auf das Unternehmen ausüben”, konstatiert Sebastian Stolz. Dem Filmemacher geht es nicht darum, die perfekten, glänzenden Seiten der Unternehmen zu zeigen, sondern vielmehr ihren Facettenreichtum, zu dem positive Aspekte, aber auch Herausforderungen gehören. „Mit Filmen von filmwild ist es möglich, hervorzustechen – mit Filmen, die alles andere als gewöhnlich sind, die auffallen und im Gedächtnis bleiben.”

Weiter träumen und Mehrwerte schaffen

Wovon träumt der Filmschaffende? „Zunächst möchte ich gerne einmal ein partizipatives Projekt im Bereich Industrie machen. Da haben wir bereits viele aber lediglich klassische Industriefilme produziert. Ansonsten möchte ich bald im Rahmen meines Studiums in Wirtschaftspsychologie die Effekte der partizipativen Filme wissenschaftlich evaluieren. Bis dahin freue ich mich darauf, weiteren Unternehmen zu begegnen, die sich selbst reflektieren und mit ihren Mitarbeitenden zusammen nicht nur ökonomisch wachsen wollen. Ich freue mich also darauf, Mehrwerte zu schaffen und weiterhin kreativ mit neugierigen Menschen zu arbeiten.”

Kontakt

filmwild
Hainweg 20
99817 Eisenach
Mail: info@filmwild.de
www.filmwild.de

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0151 / 1290 4638

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