Die Zukunft der digitalen Transformation

Im Interview mit der Batix Software GmbH

Die fortschreitende Digitalisierung hat enormen Einfluss auf Unternehmen und ihre Geschäftsprozesse. Im Zuge dieser Entwicklung gewinnt auch künstliche Intelligenz immer mehr an Bedeutung. Unternehmen suchen daher nach innovativen Lösungen, um mit den Herausforderungen der digitalen Transformation Schritt zu halten. Ein Thüringer Kreativunternehmen, das sich seit 20 Jahren mit technischen Innovationen auseinandersetzt, ist die Batix Software GmbH aus Saalfeld. Sie unterstützen Unternehmen dabei, die Chancen von KI und maßgeschneiderten Softwarelösungen zu nutzen, um ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Geschäftsführer Jörg Flügge und Marketing Manager Christian Steiner standen uns Rede und Antwort zu Fragen rund um digitale Lösungen der Zukunft, Netzwerken in Saalfeld und ihre aktuellen Projekte.

Die Unternehmensgeschichte von Batix

“Gemeinsam haben wir früh das Potenzial der digitalen Transformation erkannt und begonnen, maßgeschneiderte Softwarelösungen für Unternehmen und Institutionen zu entwickeln. Heute tun wir das immer noch. Mittlerweile mit einem Team aus 30 engagierten Mitarbeiter:innen”, erzählt uns Jörg Flügge stolz. Der gebürtige Rudolstädter, der eine Ausbildung bei Zeiss Jena in der Feinoptik absolviert und an der Technischen Universität Dresden Elektrotechnik studiert hat, gründete die Batix Software GmbH zusammen mit einem Geschäftspartner. Dieses Jahr stand das 20-jährige Jubiläum des Kreativunternehmens an, das natürlich gebührend gefeiert wurde. “Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge, in denen ich mich intensiv mit den Themen IT und Internet auseinandergesetzt habe. Als ich angefangen habe zu studieren, konnte man gerade mal die ersten Mails verschicken”, denkt sich der Thüringer zurück. Als in den 90er Jahren die digitale Transformation eingeleitet wurde, war Jörg von Beginn an mit dabei und machte sich gleich im Bereich IT selbstständig. Gut für Thüringen. Denn: Die Batix Software GmbH aus Saalfeld ist heute eine Vorreiterin in Sachen Software und KI.

Die Geschichte von Batix begann zunächst im Bereich der Webentwicklung, einem damals ebenfalls noch weitgehend unerschlossenen Feld in Thüringen und Mitteldeutschland. Im Laufe der Jahre hat sich die GmbH gewandelt und sich auf die Entwicklung von webbasierten Anwendungslösungen fokussiert. Das Unternehmen konzentriert sich vor allem auf den B2B-Bereich und bietet Lösungen für digitale Transformation und KI-Integration in Unternehmen an. “Besonders kleine Industrieunternehmen aus der Region profitieren von unseren maßgeschneiderten Softwarelösungen, die wir gemeinsam mit ihnen entwickeln. Aktuell beschäftigen uns verstärkt Anwendungen, die Ressourcenschonung und Nachhaltigkeitsprozesse anstoßen sollen“, erklärt Flügge. “Der Standort Saalfeld bietet dabei für uns und unsere Kund:innen eine Vielzahl von Vorteilen. Zum einen ist die Stadt regional gut vernetzt und liegt in unmittelbarer Nähe zu bekannten Unternehmen wie TEAG, Köstritzer, Bosch, Continental sowie Medizintechnik-Unternehmen und der Automobilindustrie, mit denen wir schon viele Jahre zusammenarbeiten. Circa 80% unserer Auftraggebenden sind im mitteldeutschen Raum ansässig. Diese regionale Nähe ermöglicht es uns, eng an den Konzernstrukturen zu sein und von den dort vorhandenen Ressourcen zu profitieren. Dennoch ist hier viel Luft nach oben. Wir stecken immer noch mitten im Strom der digitalen Transformation. Eine Aufgabe, der wir uns gerne annehmen.”

Die Verkehrswende im ländlichen Raum mit Hilfe von KI meistern 

Ein aktuelles Projekt von Batix ist die Entwicklung eines On-Demand-Verkehrssystems für den öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen Raum Saalfelds. Gemeinsam mit der Kombus GmbH, einem regionalen Nahverkehrsunternehmen, arbeiten sie an einer Lösung, um den ÖPNV flexibler und bedarfsgerechter zu gestalten. “Das Projekt zielt darauf ab, das Problem der starren Fahrpläne auf dem Land zu lösen und einen Rufbus-Service einzuführen. Dabei werden Busse nur dann eingesetzt, wenn sie von den Fahrgästen angefordert werden. Durch den Einsatz moderner Algorithmen und KI-Anwendungen soll das System kontinuierlich optimiert werden”, so der Geschäftsführer. Ziel ist es, den ÖPNV außerhalb der Städte attraktiver zu gestalten und so die Mobilität der Bevölkerung zu verbessern. Im Herbst diesen Jahres soll die Lösung erstmals eingesetzt werden. “Etwas sportlich, ich weiß, aber nach einer Testphase in der ersten Jahreshälfte versprechen wir uns einen reibungslosen Einsatz unseres entwickelten Konzepts”, verrät uns Jörg mit zuversichtlichem Blick in die Zukunft.

“Uns geht es nicht darum, vorhandene digitale Strukturen zu optimieren, sondern mit komplett neuen Ansätzen die digitale Transformation in Unternehmen zu gestalten. Veränderung heißt für uns Weiterentwicklung. Wir richten daher stets neue Blicke auf Altbewährtes”

Saalfeld als Arbeits- und Lebensmittelpunkt mit Mehrwert

“Der ländliche Standort Saalfelds bietet eine hohe Lebensqualität für das gesamte Team”, klinkt sich Christian Steiner ins Gespräch ein, als wir nach den Gründen für die Wahl des Standortes fragen. “Viele von uns schätzen die gute Work-Life-Balance, die ihnen Saalfeld und die umliegende Region bieten. Darüber hinaus haben wir hier ein modernes Bürogebäude, das eine angenehme Arbeitsatmosphäre versprüht und die Kreativität im Team fördert. Die meisten Mitarbeiter:innen arbeiten gerne im Büro. Was nicht verwundert: Der Kaffee schmeckt hier viel besser als zu Hause”, schmunzelt Christian, der seit drei Jahren für das Unternehmen in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist und verschiedene Veranstaltungskonzepte entwickelt. “Während der Pandemie fehlte meinem Team und mir der persönliche Austausch und das Miteinander. Wir sind froh, dass alle wieder zusammenkommen können, auch, wenn man von einem Software-Unternehmen nicht erwarten würde, dass das analoge Arbeiten besser funktioniert”, lacht Jörg mit Erinnerung an die letzten Jahre und betont zudem, dass sie “keine Probleme mit der Personalgewinnung für die GmbH” hätten. Die meisten der Mitarbeiter:innen sind selbst Thüringer:innen und kommen aus dem Einzugsgebiet von Saalfeld. Für den Standort hat der Geschäftsführer ein ehemaliges Kaufhaus erworben und umgebaut. Ein offener Entwurf der Innenräume lädt zum Brainstormen und inspirativen Arbeiten ein. Jede:r entscheidet jedoch selbst, ob er oder sie lieber im Büro oder remote arbeiten möchte. Die meisten arbeiten allerdings vor Ort.

Aktives Netzwerken, um kreative und unternehmerische Synergien zu potenzieren

Der persönliche Kontakt ist dem Software-Unternehmen auch in anderen Bereichen wichtig: Um am Puls der Zeit zu bleiben und um Kooperationen mit Unternehmer:innen vor Ort zu potenzieren, legt das Team von Batix großen Wert auf aktives Netzwerken mit anderen Unternehmen und Institutionen. “Wir sind beim Thema Netzwerken sehr aktiv. Das sind keine Marketingmaßnahmen, sondern hat vielmehr mit einem wichtigen Grundgedanken zu tun. Denn wir möchten für die Themen, die uns beschäftigen, immer wieder sensibilisieren und Unternehmen mit unseren Expertisen voranbringen”, konstatiert der Geschäftsführer. Als Gründungsmitglied des ITnet Thüringen e.V., einem Netzwerk von Unternehmen aus der IT-Branche, ist die Batix mit Menschen aus ihrem Gewerk verknüpft und kann so wertvolle Erfahrungen austauschen. “Zu Beginn waren vielleicht fünf Unternehmer:innen dabei. Heute sind es über 60.” An der Arbeit im Netzwerk liegt Jörg ebenso viel wie am unternehmerischen Engagement in seiner Region. Daher ist Batix auch Teil des regionalen Netzwerks SaaleWirtschaft e.V., einem Zusammenschluss von Unternehmer:innen, die sich auf wirtschaftliche Innovation fokussieren. Im Verbund werden Themen wie Cybersicherheit, digitale Transformation und zukünftige Personalentwicklung vorangetrieben. 

Wissen zu teilen praktiziert die Batix auch mit Hilfe von Events mit der lokalen Unternehmenslandschaft: “Um unsere Erfahrungen und die Möglichkeiten digitaler Transformation an die hiesigen Unternehmen heranzutragen, veranstalten wir regelmäßig Businessevents, bei denen Kund:innen und Expert:innen zu Wort kommen. In spannenden Impulsen werden die Potenziale unserer Leistungen deutlich und grundlegende Fragen dazu, wie Unternehmen durch Projekte mit uns in kürzester Zeit der digitalen Zukunft ein Stückchen näher kommen können, beantwortet. Wir können hier Ängste minimieren und den Veränderungswillen entfachen”, erklärt Christian.

Im Büro finden neben Netzwerkveranstaltungen auch Events der anderen Art statt, wie diese Kunstausstellung zum Beispiel.

Kreativschaffende als gewinnbringende Partner:innen

Auch Kreativschaffende sind als Partner:innen für die Batix Software GmbH von großer Bedeutung: “Kreativität spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Softwarelösungen, insbesondere im Bereich User Experience. Unsere Anwendungen sollen nicht nur funktional sein, sondern auch eine positive Nutzungserfahrung bieten. Hier kommen kreative Prozesse wie Kommunikation und Design zum Einsatz, um die Bedürfnisse der Nutzer:innen besser zu verstehen und anwendbar zu machen”, erklärt Jörg. Batix arbeitet daher gerne mit der Kreativbranche zusammen, um innovative und ansprechende Lösungen zu entwickeln. Gemeinsam können sie neue Geschäftsmodelle skizzieren und kreative Ideen in die Softwareentwicklung einbringen, die echte Mehrwerte bieten. “Wir müssen uns innerhalb der Kreativbranche auf eine agile Weise verbinden und projektgetrieben zusammenfinden, um mehr zu erreichen. Unsere Expertisen bündeln. Erst dann kann Thüringens IT seine volle Wettbewerbsfähigkeit ausspielen und bundesweit wahrgenommen werden.“ Ein aktuelles Anliegen ist dem gebürtigen Rudolstädter das kollaborative Entwickeln von Ideen zum Thema Dekarbonisierung. “Nachhaltigkeit ist und wird in den nächsten Jahren zunehmend ein wichtiges wirtschaftliches Zugpferd für Unternehmer:innen. Hierfür braucht es spannende und kreative Wege.” 

Nachwuchsförderung im Raum Saalfeld

Und wie sieht die Zukunft der Batix aus? Für Jörg Flügge gibt es darauf eine klare Antwort: diese gestaltet sich primär mit der Förderung des kreativen Nachwuchses. “Wir arbeiten seit vielen Jahren eng mit diversen Thüringer Universitäten und Hochschulen zusammen und fördern Nachwuchstalente der Branche. Gemeinsam mit der Universität organisieren wir deshalb zum Beispiel das Science Camp, bei dem Studierende die Möglichkeit haben, in Unternehmen wie der Batix Software GmbH zu schnuppern und ihre Ideen mit einzubringen. Dieses Programm bietet den Studierenden wertvolle Einblicke in die praktische Arbeit und ermöglicht es uns, junge kreative Köpfe für das Unternehmen zu gewinnen.” Auch Schüler:innen-Praktika und Ferienjobs bietet die Batix an, um bereits im Schulalter für Themen wie Digitalisierung, Software, IT und KI zu begeistern.

Unser Gespräch neigt sich dem Ende. Spannend, wie ein “alter Hase” sich zum Vorreiter in der Entwicklung innovativer Softwarelösungen und der Integration von künstlicher Intelligenz in Unternehmen gemausert hat. Nachhaltig nachhallen wird uns das geplante Projekt im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs im ländlichen Raum, das zeigen kann, wie KI-basierte Lösungen den Alltag der Menschen verbessern können – und das alles „made in Thüringen“.

Kontakt

Batix Software GmbH
www.batix.de
Mail: info@batix.com

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