Was als kreativer Ausgleich begann, ist heute zu einer professionellen Zusammenarbeit mit Tourismusorganisationen und regionalen Partnerschaften geworden: Die Reisebloggenden Diana und Philipp Moog von Andjoyandtravel entwickeln authentische Inhalte über Besonderheiten im ländlichen Raum Thüringens. Ihr Fokus liegt dabei auf Geschichten, die nicht nur touristische Angebote sichtbar machen, sondern auch die regionale Identität stärken und Menschen dazu inspirieren, ihre eigene Heimat neu zu entdecken. Ein Beispiel ist die jahrelange Zusammenarbeit mit der Saale-Unstrut Tourismus GmbH. Gemeinsam machen sie sichtbar, welches Potenzial im authentischen Storytelling für den ländlichen Raum steckt.


Wie ist das gemeinsame Projekt mit der Saale-Unstrut Tourismus GmbH entstanden?
Philipp: Die Zusammenarbeit entstand eher zufällig. 2022 waren wir bei den Social Media Travel Days in Freyburg (Unstrut), einer Veranstaltung rund um touristische Kommunikation, Content Creation und kreatives Schreiben. Dort stellte sich auch die Saale-Unstrut Tourismus GmbH vor. Bei einer lockeren Abendveranstaltung kamen wir ins Gespräch und erzählten, dass wir mit Andjoyandtravel als kleiner Blog aus Jena unterwegs sind.
Damals suchte die Region nach Content Creatoren und Creatorinnen aus der Umgebung, die die Besonderheiten der Region authentisch sichtbar machen möchten. Aus den ersten gemeinsamen Beiträgen entwickelte sich schnell eine regelmäßige Zusammenarbeit. 2024 starteten wir mit einer einjährigen Kooperation zum Thema „Innerer Tourismus“. Ziel war es, nicht in erster Linie Gäste von außerhalb anzusprechen, sondern die Menschen aus der Region selbst zu inspirieren: sei es mit einem Museumsbesuch, einer Wanderung oder einem Ausflug in die nähere Umgebung. Getreu dem Motto „Entdecke, was du zu kennen glaubst.“
Inzwischen entwickeln wir gemeinsam langfristige Kommunikationsmaßnahmen für touristische Highlights und regionale Handwerksbetriebe. Das Schöne daran ist, dass wir miteinander wachsen. Aus einzelnen Projekten ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit geworden, bei der wir unsere Ideen einbringen und die Inhalte eigenverantwortlich gestalten können.
Wie setzt ihr die Idee gestalterisch um?
Diana: Mit Kommunikationskampagnen in Form von Postings, Fotostrecken und Artikeln. Hierüber stellen wir die touristischen Highlights der Region vor: zum Beispiel das Zeiss-Planetarium, die Leuchtenburg oder besondere Ausflugsziele. Andererseits erzählen wir die Geschichten der Handmacher und -macherinnen, also kleiner regionaler Produzenten, die mit viel Leidenschaft traditionelle Handwerke und regionale Produkte lebendig halten.
Dafür sind wir direkt vor Ort unterwegs. Wir treffen die Menschen hinter den Projekten und führen intensive Gespräche. Uns ist wichtig, nicht einfach Sehenswürdigkeiten abzubilden, sondern die Geschichten dahinter sichtbar zu machen. Gerade bei den Handmacherinnen und Handmachern braucht es dabei oft etwas Fingerspitzengefühl. Viele von ihnen haben bislang nur wenig Berührungspunkte mit Social Media oder Content Creation. Deshalb nehmen wir uns bewusst Zeit, erklären unsere Arbeitsweise und lernen die Menschen erst einmal kennen. Aus diesen Gesprächen entsteht häufig Vertrauen und nicht selten auch das Interesse, sich künftig stärker mit den eigenen Social-Media-Kanälen auseinanderzusetzen.


Wie reagiert die Zielgruppe auf eure Inhalte?
Diana: Die Resonanz ist durchweg positiv. Besonders unsere Beiträge zu Wanderungen werden häufig gelesen, gespeichert und kommentiert. Viele Menschen fragen ganz konkret nach Routen oder möchten wissen, wo sich bestimmte Orte befinden. Das zeigt uns, dass die Inhalte nicht nur konsumiert werden, sondern tatsächlich dazu motivieren, die Region selbst zu entdecken. Auch die Geschichten der Handwerksbetriebe stoßen auf großes Interesse, weil sie Einblicke geben, die viele Menschen sonst vielleicht nie kennengelernt hätten.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist für uns tatsächlich Facebook. Dort erreichen wir viele Menschen, die sich aktiv für Wandern, Urlaub und Freizeit in der Region interessieren. Unsere Instagram-Beiträge werden automatisch auch auf Facebook veröffentlicht, wodurch wir ohne zusätzlichen Aufwand eine weitere Zielgruppe ansprechen. Gerade im Tourismus ist das ein großer Vorteil, weil dort viele Menschen unterwegs sind, die gezielt nach Ausflugstipps suchen. Gleichzeitig können wir die Reichweiten und Interaktionen beider Plattformen auswerten und diese Erkenntnisse auch mit unseren Projektpartnern und -partnerinnen teilen. So sehen sie unmittelbar, welche Themen ihre Zielgruppen besonders interessieren.
Was nehmt ihr persönlich aus dem Projekt mit? Was hat euch in der Zusammenarbeit besonders geholfen oder überrascht?
Philipp: Vor allem, wie wichtig eine gute Planung ist. Da wir Andjoyandtravel neben unseren Hauptberufen betreiben, müssen wir unsere Zeit sehr bewusst organisieren. Deshalb planen wir unsere Projekte und Content-Wochenenden langfristig und bündeln mehrere Termine in einer Region. So können wir Beruf, Familie und unsere kreative Selbstständigkeit gut miteinander verbinden. Mittlerweile stehen viele unserer Projekte bereits Monate im Voraus fest. Das gibt uns Planungssicherheit und schafft gleichzeitig genügend Freiraum für die kreative Arbeit.
Genauso wichtig ist aber auch Flexibilität. Gerade bei kleinen Betrieben oder Außenaufnahmen kann sich kurzfristig immer etwas ändern: das Wetter oder der Arbeitsalltag der Menschen vor Ort. Deshalb stimmen wir Termine kurz vorher noch einmal gemeinsam ab und passen uns an die Gegebenheiten an. Diese Mischung aus guter Vorbereitung und der Bereitschaft, spontan auf Veränderungen zu reagieren, hat sich für uns als Erfolgsrezept erwiesen.


Welche Erfahrungen aus dem Projekt können andere Tourismusregionen oder Unternehmen für ihre eigene Kommunikation mitnehmen?
Philipp: Es hilft enorm, regional verwurzelt zu sein. Wir leben selbst in Thüringen, bringen eigene Ideen und ein gewachsenes Netzwerk mit und können Projekte dadurch aktiv mitgestalten. Wenn es passt, empfehlen wir auch Partnerinnen und Partner aus der Region weiter. So entstehen nicht nur einzelne Beiträge, sondern langfristige Kooperationen und ein Empfehlungsnetzwerk, von dem alle profitieren. Das erhöht die Sichtbarkeit einzelner Orte und stärkt gleichzeitig die gesamte Region. Unser wichtigstes Learning ist deshalb: Gute Kommunikation entsteht nicht durch möglichst viele Posts, sondern durch Vertrauen und langfristige Zusammenarbeit. Genau dort entstehen am Ende die Geschichten, die Menschen wirklich erreichen.
Kontakt
Diana und Philipp Moog
Unsere Genussreise durch das Leben
Mail: info@andjoyandtravel.de
Instagram: @andjoyandtravel
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