Büro war gestern, coworken ist heute 

Im Interview mit Frank Steiner vom Coworking Space Hildburghausen

Coworker:innen und Netzwerker:innen finden seit diesem Jahr einen neuen Workspace in einer alten Villa im Thüringischen Hildburghausen. Initiiert und organisiert wurden die Räumlichkeiten vom Co-Working Hibu e.V. Die Vereinsmitglieder möchten nicht nur den Austausch zwischen Unternehmer:innen in der Region fördern und ihnen mit 25 Arbeitsplätzen, sechs Büros und einem großen Meetingraum einen flexibel nutzbaren Platz bieten, sondern auch durch Veranstaltungen aller Art den Landkreis mit neuen Impulsen bereichern. Im Interview verriet uns Vereinsvorstand und Gründer Frank Steiner mehr über seine Intention, einen Coworking Space in die Region zu bringen und welches Konzept hinter dem kreativen Raum steckt.

Die Gründer:innen des Co-Working Hibu e.V., links hinten mittig: Frank Steiner.

Wie kam es zu der Idee, einen Coworking Space in der Region Hildburghausen zu gründen?

Die Idee dazu kam gleichzeitig mit dem Beginn meiner Selbstständigkeit vor wenigen Jahren. Ich arbeitete bis 2019 in einem internationalen Großhandelsunternehmen in der Geschäftsleitung. Als das Unternehmen 2019 verkauft wurde, beschloss ich, mich im Bereich IT und Digitalisierung selbständig zu machen und war auf der Suche nach passenden Büroräumlichkeiten, um meine Projekte umzusetzen. Als gebürtiger Sonneberger lebe ich seit einigen Jahren in Hildburghausen, bin aber auch öfter mal in Coburg unterwegs, da dort zum Teil Freunde und Familie leben. Hier war ich bei einem meiner Besuche zum ersten Mal in einem Coworking Space. Mich hat das gleich fasziniert: ein cool eingerichteter Ort zum Arbeiten, viele verschiedene Menschen, die vor sich hin werkeln und miteinander netzwerken. Ich dachte: Warum gibt es so einen Ort nicht in Hildburghausen? Und so ist die erste Idee dazu geboren. 

Wie ging es dann weiter?

Ich brauchte natürlich noch ein passendes Team, um meine Idee umzusetzen sowie einen geeigneten Ort. Bei einem Event in Hildburghausen traf ich ein paar Monate später auf die Stadt-Architektin Nicole Kreußel, die zusammen mit mir erste Konzepte sowie Immobilien besichtigte. Schnell konnten wir weitere Mitstreiter:innen für unseren Coworking-Plan gewinnen. Heute sind wir im Co-Working Hibu e.V. sieben feste Mitglieder mit verschiedensten Hintergründen und einer gemeinsamen Vision, ein lebendiges Netzwerk facettenreicher Branchen im Herzen von Hildburghausen zu beherbergen. Als für die leerstehende Villa auch noch Hendrik Freund von der Raiffeisenbank im Grabfeld eG als Investor akquiriert werden konnte, wurde unsere Vision Wirklichkeit. 

Wie sind die Räume ausgestattet und für wen sind sie geeignet?

Derzeit bespielen wir die erste Etage. Die Räume sind alle mit High Speed Internetanschluss, Zubehör für Video-Calls und Online-Meetings, ergonomischen Stühlen und verstellbaren Tischen, Smartboards für die nächste Brainstorming Session und großen Monitoren an jedem Arbeitsplatz ausgestattet. Durch den Jugendstil-Charakter der Villa herrscht hier eine besondere Atmosphäre mit ganz eigenem Charme, die für Unternehmer:innen aller Art, Teams, Vereine, aber auch Verwaltung geeignet ist. Auch Schüler:innen sind willkommen, die Plätze kostenfrei fürs Lernen zu nutzen. Wir möchten verschiedene Generationen zusammenbringen und die Region fördern. 

Das ist auch der Grund, warum unsere sechs Büros die Namen der umliegenden Städte tragen. Sie sind den Bürgermeister:innen von unter anderem Eisfeld, Römhild, Heldburg und Hildburghausen gewidmet, die den Co-Working Hibu e.V. seit Beginn unterstützen, indem sie erste Fördermitgliedschaften im Verein bereitgestellt haben. Perspektivisch möchten wir auch die restlichen Etagen der Villa ausbauen. Im Dachgeschoss soll beispielsweise ein großer Meet-up-Raum für größere Veranstaltungen bis zu 50 Personen entstehen. Bisher wurde der Space bereits für kleinere Veranstaltungen von Projekten des Thüringer Zentrums für Existenzgründung und Unternehmertums, aber auch der Stadt genutzt. Zudem veranstalten wir kleinere Afterwork-Events mit Impulsen zu unterschiedlichen Business-Themen, die ganz gut angenommen werden.

Warum sind Räume wie diese für die Region gewinnbringend?

Wir leben hier recht beschaulich in einer Region mit 12.000 Einwohner:innen. Es ist wunderschön und ich fühle mich sehr wohl. Dennoch schlummert hier auch viel unternehmerisches Potenzial. Daher wollen wir als Coworking Space als Zentrum für Ideen, Impulse, Gründer:innen, Kultur, Stadt und Tourismus agieren und die Region aktiv mitgestalten. Das geht am besten, wenn man einen physischen Ort für neue Visionen und Menschen hat, die hier einen Platz zum Austausch und Kennenlernen haben. Es braucht natürlich Zeit und Engagement, um den Space zu entwickeln, aber wir alle vom Verein haben riesige Lust darauf. Einmal in der Woche treffen wir uns, um neue Ideen für den Coworking Space auszuhecken.

Welche Projekte habt ihr noch geplant?

Ein aktuelles ist die Wechselausstellung von regionalen Künstler:innen aus der Region, die bei uns ihre Werke präsentieren können und hier eine Bühne finden. Ansonsten sind wir gerade in der Testphase für weitere Veranstaltungsformate, wie Afterwork-Sessions oder Workshops. Wir freuen uns auf interessierte Besucher:innen und natürlich weitere Coworker:innen, die sich übrigens ganz entspannt und flexibel auf ihre Wünsche zugeschnitten einen Platz bei uns online buchen können. Wer ansonsten Lust bekommen hat, sich im Co-Working Hibu e.V. stark zu machen, kann sich gerne jederzeit mit uns in Verbindung setzen.

Kontakt

Co-Working Hildburghausen e.V.
Friedrich-Rückert-Str. 11
98646 Hildburghausen
www.coworking-hibu.de
Mail: info@coworking-hibu.de

Fotos: Co-Working Hibu e.V.

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