Menü Mobil: Geschäftsmodellerweiterung in der Essensversorgung

Cross Lab-Case 2025: Unternehmenswachstum

Daniela Hühn, Viviane Steinkopf, Nils Volkmann und Claudia Bock – fokussierte sich im Workshop auf das neue Geschäftsmodell von Menü Mobil: die Mittagsversorgung für Büros in Thüringen.

Die Herausforderung

Unternehmen der Schul- und Kitaverpflegung stehen unter starkem Druck, weil sie niedrige Preise für Eltern sowie Einrichtungen einhalten und gleichzeitig steigende Kosten für Lebensmittel, Energie und Personal bewältigen müssen. Schwankende Bestellmengen erschweren eine effiziente Produktionsplanung und führen oft zu Überkapazitäten oder Lebensmittelverlusten. Zusätzlich belasten knappe Margen sowie die Notwendigkeit, Logistik und Lieferzeiten präzise einzuhalten, die betriebliche Stabilität. Diese Faktoren machen innovative Lösungen und neue Denkansätze besonders wertvoll, um das Geschäftsmodell zukunftsfähig zu gestalten.

Das 70-köpfige Unternehmen Menü Mobil, ein Verpflegungsdienstleister aus Vogelsberg, möchte nachhaltig, wirtschaftlich und sinnvoll wachsen. Aber wie?

Für das Cross-Lab-Team rund um Menü Mobil Geschäftsführerin Daniela Hühn und die Marketingsverantwortliche Viviane Steinkopf, Designer Nils Volkmann (Rugwind) und Porzellandesignerin Claudia Bock wurde nach einer ersten Auseinandersetzung mit dem Unternehmen schnell klar, dass es sich im Cross Lab auf das neugeschaffene Geschäftsmodell von Menü Mobil konzentrieren möchten: die Mittagsversorgung für die Pause im Büro von Thüringer Unternehmen.

Dieser neue Geschäftszweig bietet Menü Mobil die Möglichkeit, geringere Margen bei Essenslieferungen im sozialen Bereich abzufedern. Wie kann man dieses Angebot also der potentiellen neuen Kundschaft schmackhaft machen?

Der Output

Anfangs hatte die Teilnehmenden den Gedanken, die Regionalität der Zutaten herauszustellen. Im Interview mit der möglichen Zielgruppe, also Menschen, die Mittagsangebote wahrnehmen, erhielt es jedoch eine überraschende Einsicht: den meisten Menschen ist die Herkunft der Zutaten ihrer gekauften Mittagsmahlzeit fast egal, aber nicht, wer sie gekocht hat. Die Befragten wurden weiterhin gefragt, was eine Mahlzeit für sie besonders macht. Die Antwort: das gemeinsame Verzehren mit anderen Menschen. Das Mittagessen ist also ein emotionales Momentum zwischen Menschen, die gemeinsam essen und denen, die das Essen zubereiten. 

Bei Menü Mobil werden zum Teil in der Familie weitergegebene Rezepte von Menschen gekocht, die Freude und Leidenschaft für ihren Beruf haben. Beste Voraussetzungen, um emotionale Narrative über gekochte Mahlzeiten zu entwickeln. Dennoch wurden die Geschichten von Menü Mobil bisher kaum nach außen getragen.

Auch hat das Team viele Erkenntnisse darüber gewonnen, wie wichtig die gemeinsame Begegnung beim Mittagstisch für den Zusammenhalt der Belegschaft in den Unternehmen ist. – In Zeiten von dezentralen Teamstrukturen und mangelnden Begegnungsmomenten haben sie die Vision formuliert, dass Menü Mobil mit seinem Angebot langfristig einen wichtigen Beitrag zur Arbeitskultur der Unternehmen in der Region leisten kann. 

Mit dieser Erkenntnis entwarfen die Teilnehmenden eine Kommunikationskampagne, in der das Narrativ vom Mittagessen als verbindendes Erlebnis bespielt wird. Köche und Köchinnen von Menü Mobil werden vorgestellt. Die Verbindung zu den Zubereitenden der Mahlzeiten soll auch über die Lieferboxen hergestellt werden: Kleine Zettelbotschaften der Köche und Köchinnen erreichen die Kundschaft, die dann unkompliziert Feedback über eine Feedbackkarte zurücksenden kann. Für die Kommunikationskampagne und die Beilagen in den Lieferboxen entwickelten sie gemeinsam Prototypen, die sie dann testeten.

Aha-Momente

  • Das Thema Essen ist ein emotionales: Die menschliche Dimension der Anbietenden von vorgekochten Mahlzeiten schlägt die Regionalität der Produkte und erzeugt bei der Kundschaft Vertrauen in das Unternehmen. 
  • Die Kommunikation mit der Zielgruppe kann die Zündung für neue Ideen sein. 
  • Wenn bereits Persönlichkeit und Nähe im Produkt stecken, sollten diese sichtbar gemacht werden.

Das sagen die Teilnehmenden

Nils Volkmann, Designer bei Rugwind aus Weimar

„Viele denken zunächst, Kreativschaffende und Unternehmen anderer Branchen seien in völlig unterschiedlichen Welten verankert – die einen bringen nur Ideen, die anderen arbeiten pragmatisch. Im Cross Lab zeigte sich aber, wie gut Beides zusammenpasst. Die Kombination macht richtig Sinn, weil beide Perspektiven sich ergänzen: Vom Großen ins Kleine, vom Konzept zur Umsetzung. Dabei merkt man auch, dass Kreative nicht einfach nur ‚Ideen haben‘; sie sind mutig, risikobereit und wollen wirklich etwas bewegen. Cross Innovation baut nicht nur Brücken zwischen Themen, sondern vor allem zwischen Menschen und Branchen selbst.“

Claudia Bock, Porzellandesignerin aus Erfurt

„Ich freue mich sehr, beim Cross Lab dabei gewesen zu sein und meine Erfahrung in Designprozessen einbringen zu können. Besonders spannend finde ich die vielen Ansätze, die wir gemeinsam entwickelt haben, und wie diese vielleicht künftig in die Produkte und die Unternehmensgestaltung einfließen können. Ich bin gespannt, was daraus in den nächsten Monaten und Jahren noch entstehen wird.“

Daniela Hühn, Geschäftsführerin bei Menü Mobil 

“Ich habe im Cross Lab gelernt, wie wertvoll die Kommunikation mit der Zielgruppe sein kann. Das werden wir als Unternehmen weiter verfolgen. Ich sehe mich zudem nach den 3,5 Tagen in meiner Arbeitsweise im Unternehmen bestärkt: das kollaborative Arbeiten im Cross-Lab-Team und der Perspektivwechsel sind extrem wertvoll. Mir hat die Vielzahl an Denkweisen und die positive Erweiterung meines Netzwerkes gefallen.“

Viviane Steinkopf Marketingverantwortliche bei Menü Mobil 

„Ich war beim Cross Lab dabei, um zu lernen, wie man Herausforderungen mit neuen Denkweisen und Perspektiven angehen kann. Es tut total gut, mal konzentriert an einem Problem zu arbeiten, ein Ergebnis zu entwickeln und es anschließend gemeinsam zu feiern. Diese Atmosphäre ist einfach mitreißend.“

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Claudia Köhler

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