Wer Grenzen und alte Denkmuster durchbrechen und wirklich neue Ideen für Produkte, Prozesse und Services entwickeln will, muss Bestehendes hinterfragen und einen Perspektivwechsel vornehmen. Da setzt Cross Innovation – also die branchenübergreifende Innovation zwischen Kreativwirtschaft und anderen Branchen – an. Im Cross Lab der THAK lernen die Teilnehmenden aus Kreativwirtschaft und Thüringer KMU Cross Innovation anzuwenden. Innerhalb von zwei interdisziplinären Teams entwickeln sie über einen Zeitraum von dreieinhalb Tagen gemeinsam neue Lösungsansätze für reale Herausforderungen aus dem Unternehmensalltag der KMU – angeleitet und mit Hilfe von Innovationsmethoden. Dabei entstehen neben neuen Ideen und Perspektiven oftmals auch langanhaltende Kooperationen und Methodenwissen zum Mitnehmen.

Worauf es beim Cross Lab ankommt: 5 Erfolgsfaktoren für neue Ideen
Faktor NUMMER 1: DIE HERAUSFORDERUNG
Manche unternehmerischen Herausforderungen lassen sich nicht allein lösen. Das sind genau die richtigen Herausforderungen für kollaborative Innovationsprozesse im Cross Lab.
Solche Herausforderungen können beispielsweise sein:
– Wie können wir Fachkräfte für unser Unternehmen gewinnen?
– Wie können wir nachhaltige Lieferketten in unserer Branche zum Standard machen?
– Was können wir aus in der Produktion anfallenden Reststoffen machen?
– Wie können wir unseren Mitarbeitenden unsere Unternehmenswerte näherbringen?
– Wie können wir Mitarbeitende mit Migrationshintergrund besser ins Team integrieren?
Faktor NUMMER 2: DIVERSITÄT
Wenn es um das Entwickeln wirklich neuer Produkte, Prozesse und Services geht, machen maximal unterschiedliche Perspektiven, Hintergründe und Denkweisen den entscheidenden Unterschied. Genau das praktizieren wir durch das Zusammenbringen von Kreativschaffenden und Vertreter und Vertreterinnen von Thüringer KMU anderer Branchen im Cross Lab. Auf Kreativseite werden dabei Kreativschaffende mit lösungsnahen Kompetenzen und Kreative, deren Kompetenzen erst auf den zweiten Blick lösungsrelevant sind – meist aus kulturnahen Kreativbereichen – mit einbezogen. Auf Unternehmensseite bringen zwei Vertreter und Vertreterinnen des Unternehmens ihr Wissen ein.
Kreativwirtschaft als wertvolle Innovationspartnerin:
Interdisziplinarität lässt sich natürlich mit vielen verschiedenen spannenden Branchen erreichen. Für uns ist die Zusammenarbeit mit der Kreativwirtschaft die spannendste Kooperation. Denn zu diesem Zeitpunkt wissen wir: Kreativität und Innovation gehören zusammen. Kreativität wiederum ist das Kerngeschäft von Kreativschaffenden. Und nicht nur das: Kreativschaffende sind Vorreiter und Vorreiterinnen unserer Zeit. Ob digitale Anwendungen, Produktdesigns oder Theaterinszenierungen: täglich entwickeln sie neue Ideen, denken das Alte neu, eröffnen neue Möglichkeitsräume und sind Innovationstreiber und -treiberinnen. Sie bringen eine Offenheit und kreative Professionalität in einen Innovationsprozess ein, die sie zu perfekten Partnern und Partnerinnen machen.
Für eine erfolgversprechende Zusammenstellung der Cross-Lab-Teams sorgt eine erfahrene Fachjury, die die Teams aus den Bewerbern und -Bewerberinnen interdisziplinär zusammenstellt.
Faktor NUMMER 3: AUGENHÖHE
Im Cross Lab arbeiten alle – Kreativschaffende und Vertreter und Vertreterinnen von Unternehmen – auf Augenhöhe, ohne Hierarchien und zusammen an der gleichen Herausforderung. Statt einer klassischen Auftraggeber-Dienstleister-Beziehung entsteht eine echte Co-Kreation und damit geteiltes Wissen.
Faktor NUMMER 4: DAS PASSENDE SETUP
> Jeweils zwei Vertreter und Vertreterinnen aus zwei unterschiedlichen KMU
> Vier Kreativschaffende
Gearbeitet wird im Cross Lab in zwei unterschiedlichen Gruppen.
Wir stellen dazu einen Raum in Erfurt zur Verfügung, in dem sich alle Teilnehmenden auf Augenhöhe begegnen und Synergien entstehen. Der Prozess wird unter zur Handnahme einer geeigneten Kreativmethode professionell von einem Moderator oder einer Moderatorin begleitet und angeleitet.
Faktor NUMMER 5: DIE KREATIVMETHODE
Im Cross Lab lernen die Teilnehmenden anhand der Methode “Design Thinking“ kreative Lösungen für unternehmerische Herausforderungen zu entwickeln. “Design Thinking“ ist ein Ansatz aus der Innovationsschmiede des Silicon Valley und angelehnt an die Arbeitsmethoden von Designern und Designerinnen. Bewährtes wird neu gedacht. Innovationen werden geschaffen. Mittlerweile hat der Ansatz den Weg in zahlreiche internationale Unternehmen und Organisationen jeglicher Größe gefunden. Bekannteste Beispiele: BMW und SAP.
Das Besondere an der Methode ist das Denken vom Nutzer / von der Nutzerin her und die Interdisziplinarität der Teilnehmenden.
Im Cross Lab wird das Lernen der Methode kombiniert mit dem ganz praktischen Erarbeiten von Lösungsansätzen entlang einer konkreten unternehmerischen Fragestellung.
So läuft ein Cross-Innovation-Prozess im Cross Lab ab
- Phase 1: Bevor die interdisziplinären Teams ins Arbeiten kommen, wird das Setting des Prozesses möglichst klar umrissen. Teilnehmende lernen sich kennen und die Kreativschaffenden arbeiten sich in die Unternehmen der anderen Branchen ein.
- Phase 2 (Preject): In der zweiten Phase des Prozesses werden dann Kontext, Problemstellung und die Herausforderung sondiert.
- Phase 3 (Project): Nun werden Lösungen auf Grundlage erarbeiteter Ideen geformt.
- Phase 4 (Eject): Am Ende des Prozesses werden erarbeitete Konzepte oder, im Idealfall bereits Prototypen, getestet.
