STECKBRIEF #19

Kallinich Media

Modernes Vertriebsmarketing aus Erfurt

Tobias Kallinich, Gründer und Inhaber der Kallinich Media

„Wir haben nicht nur in Thüringen das Phänomen, dass der Kunde bei den Agenturen Leistungen bestellt, mit denen er in Gänze gar nichts mehr anfangen kann. Heutzutage brauchen die Kunden zunehmend jemanden, der ihnen als innovativer digitaler Geschäftsmodellentwickler zur Verfügung steht. Mit dem Know-how, eine Marke und ein digitales Marketing zu entwickeln und den Vertrieb zu unterstützen,“ davon ist Tobias Kallinich überzeugt. Der Kreativunternehmer aus Gotha liebt neue Herausforderungen. Das spornt ihn an. Begonnen hat alles vor 18 Jahren mit der Kallinich Werbeagentur. Im Laufe der Zeit hat sich das Unternehmensprofil gewandelt und wurde verstärkt in Richtung vertriebsorientiertes Marketing ausgebaut. „Wir agieren als Geschäftsmodellbeschleuniger und Marktentwickler. Da brauche ich das Selbstbewusstsein und die Kenntnisse von innen heraus,“ so Tobias Kallinich. Mit der langjährigen Expertise im Aufbau und Vertrieb von neuen digitalen Geschäftsfeldern hebt sich das Leistungsportfolio von dem anderer Agenturen ab, die sich rein auf Marketing spezialisiert haben.

 

Alleinstellungsmerkmal: Geschäftsmodellbeschleuniger und Marktentwickler

„Wir sind Entwickler“, fasst Kallinich den Kern der Arbeit zusammen. Ein gutes Produkt alleine reicht für den Erfolg nicht aus. Nur wenn von Beginn an das Geschäftsmodell gut durchdacht, die Zielgruppe exakt definiert wurde und es einen Markt gibt, lohnt es sich mit voller Kraft voraus zu produzieren und den Markt zu erobern. Für Tobias Kallinich ist es zunächst wichtig, dass der Kunde die Aufgabe und das Ziel klar definieren kann. Hierfür bietet dann Kallinich Media als Marketer entsprechende Werkzeuge an. Grundsätzlich haben sie alle Sparten im Haus. Für einzelne Themen greift die Agentur zusätzlich auf ein dichtes Netzwerk an externen Spezialisten zurück. „Wir sind uns unserer Stärken sehr genau bewusst. Als vertriebsorientierter Marketingdienstleister liegt unser Fokus darauf, dem Kunden auch die Möglichkeit zu geben, neue Geschäftsfelder im Bereich der Digitalisierung zu erschließen. Da braucht es dann nicht nur einen Honorarvertrag, sondern ein permanentes Voraus-Denken beim Entwickeln neuer Geschäftsbereiche“, so der Agenturchef. Das geht weit über eine schicke Internetseite oder den Aufbau eines Online-Shops hinaus. Die Komplexität der Anforderungen, die hier gestemmt werden, spiegelt sich auch in der Teamgröße bei Kallinich Media wider. Von den 17 Mitarbeitern sind 11 in der klassischen Werbung tätig und 6 in der Entwicklung von Geschäftsmodellen.

 

„Wir sind ein innovativer Startup-Inkubator“

Richtig spannend wird es für Tobias Kallinich vor allem da, wo sich durch die Digitalisierung völlig neue Geschäftsfelder erschließen. Für den dynamischen Unternehmer ist Neubusiness ein unternehmerisches Abenteuer, auf das er sich gerne einlässt, und hier bietet er Kunden und auch Gründern an, als Kooperationspartner oder Investor mit einzusteigen. Wichtig ist dabei die Beschränkung auf wirklich innovative, neue Geschäftsideen, wie Tobias Kallinich betont: „Wo die Unternehmen ihr Kernbusiness haben, da wollen wir gar nicht mit beteiligt werden. Viele Unternehmer merken, dass sie Neugeschäft aufgrund fehlender eigener Ressourcen und auch wegen fehlender Fachkräfte gar nicht selbst machen können. Das bringen die Digitalisierung und die sich viel zu schnell verändernden Märkte mit sich“. Mit Kallinich Media wird das unternehmerische Risiko auf zwei Schultern verteilt, dies macht es für die Unternehmen oft leichter, ein neues Geschäftsfeld zu erschließen. Dabei ergänzen sich idealerweise die Produktkompetenz des Kunden mit den Erfahrungen der Agentur: „Wir wissen, wie man Produkte in den Markt bringt. Da ist es vollkommen egal, ob das ein B2B Produkt oder B2C Produkt ist. Weil die Mechanismen am Ende ähnlich sind. Aber das fachliche Wissen, um festzustellen, ob es dahinter tatsächlich eine Innovation ist, ist sein Geld wert. Habe ich damit auch die Möglichkeit einen bestimmten Bedarf zu decken? Löse ich damit für die Kunden ein Problem? Das ist für uns immer das Wichtigste. Das muss im Endeffekt beantwortet sein“.

 

Viel mehr als eine Werbeagentur

Dass eine klassische Werbeagentur auch aktiv in das Geschäft ihrer Kunden einsteigt, ist eher ungewöhnlich – doch für Tobias Kallinich als Geschäftsentwickler durchaus folgerichtig. Die dazugehörige Risikobereitschaft wurde ihm scheinbar in die Wiege gelegt: „Meine Brüder und ich sind schon immer sehr selbstständig erzogen worden. Wären wir nicht in der DDR groß geworden, wären wir eine Unternehmerfamilie gewesen“. Und auch das Team der Agentur zieht mit und begleitet die Entwicklung. Natürlich kam über die Jahre neues Personal hinzu, aber, das ist Tobias Kallinich wichtig, zu betonen: „Wir haben keinen weggeschickt, weil wir die Prozesse geändert haben. Wir haben schon sehr früh damit angefangen unser Team darauf einzustimmen.“ Und auch auf der Leitungsebene ist Kallinich Media mit dem breiten Angebot entsprechend gut aufgestellt, so der Inhaber: „Anja Werkstätter ist unsere Agenturleiterin und Ansprechpartnerin für das Tagesgeschäft unserer Kunden und Mitarbeiter. Alexander Lütz ist unser konzeptioneller Leiter, der macht die Strategien und Marketingkonzepte. Andreas Schubert ist der kreative grafische Leiter. D.h. wir haben den Transformationsprozess schon umgesetzt, so dass ich mich um das Key Accounting sowie die neuen Geschäftsfelder kümmern kann.

 

Thüringen: Innovationsstandort voller Herausforderungen

Tobias Kallinich lebt in Gotha und arbeitet in Erfurt. An seiner Heimat Thüringen schätzt er die hohe Lebensqualität, scheut sich aber auch nicht,   ie Herausforderungen zu benennen. Wenig erstaunlich, dass ihn der schleppende Fortschritt in Sachen Breitbandausbau umtreibt: „Wir beschäftigen uns mit mobilen Shops und Vertriebsapplikationen, wenn ich dann bei einer Veranstaltung oder bei einem Kunden bin und habe noch nicht einmal LTE, sieht es da ganz schnell düster aus.“ Der Trend geht klar zum mobilen Nutzungsverhalten bei der Shopentwicklung. Bricht dann der Empfang beim Bestellprozess ab, ist das ein riesiges Problem für die Händler in den E-Commerce-Bereichen. Neben der Infrastruktur gibt es noch eine weitere Herausforderung, der er als Unternehmer eher in seiner Heimat begegnet: „Wir sind hauptsächlich in Mitteldeutschland aktiv, haben aber auch Kunden in Bayern und Berlin. Ein Riesenproblem für die Thüringer ist es Budgetgrößen zu definieren. Meine subjektive Meinung ist: In Thüringen fehlt an allem eine Null“ – die vorsichtige Investition vieler Mittelständler in Kommunikation und Werbung ist in seinen Augen nicht zielführend. Er vergleicht diesen Ansatz mit der Einstellung „wir können ja erstmal mit dem VW Polo beim Rennen mitfahren, und wenn wir das Rennen gewinnen, dann nehmen wir auch das Geld in die Hand und kaufen uns einen richtigen Rennwagen“ und resümiert: „So wird man schon vom Ansatz her nicht in Sichtweite kommen, irgendein Rennen zu gewinnen“.

Doch Thüringen zu verlassen, käme für Tobias Kallinich niemals in Frage – und das liegt nicht nur an der zentralen Erreichbarkeit per ICE und Auto. Das Potenzial Erfurts hält er nach wie vor in der Außenwahrnehmung für unterschätzt, und das ärgert ihn: „Wenn man sich unterhält: Erfurt – ahja, schöne Stadt. Da zucke ich innerlich schon immer zusammen, und denke, ah ja, im Prinzip richtig, ABER: Was ist denn eine schöne Stadt? Hier fehlt nach außen ein Bild von Erfurt, womit sich ein innovativer Unternehmensstandort mit bester Infrastrukturanbindung in der Mitte Deutschlands verbinden lässt.

Text: Michael Krömer

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