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SECHS THESEN AUS DER THÜRINGER KREATIVWIRTSCHAFT

Kreativität ist eine wertvolle Ressource für Innovation und für die Gestaltung des digitalen Wandels. Doch wie stark wird diese Ressource in Thüringen eigentlich genutzt und wie hat sich das Angebot und die Nachfrage nach kreativen Leistungen insbesondere im Zuge der Corona-Situation entwickelt? Die THAK erhielt in einer Onlinebefragung Antworten von 71 Kreativunternehmen. Die folgenden sechs Thesen leiten sich aus der Befragung im Hinblick auf das Innovationspotenzial der Thüringer Kreativschaffenden ab, die 2021 im Gründungs- und Unternehmensreport des Thüringer Zentrums für Existenzgründung und und Unternehmertum veröffentlicht wurden.

 

 

1. Thüringer Kreativschaffende sind gefragt – national und international

Die befragten Unternehmen haben ihren Sitz in Thüringen und bieten unternehmensnahe Dienstleistungen an. Alle haben gemein, dass wichtige Auftraggeber und Auftraggeberinnen im B2B Bereich und im öffentlichen beziehungsweise gemeinnützigen Sektor angesiedelt sind. Die Leistungen, die vorrangig angefragt werden, sind Konzeption und Design, Kampagnen- und Eventplanung sowie Softwareentwicklung. Auch Beratungstätigkeiten, Trainings und Workshops gehören vermehrt zum Leistungsportfolio. Dabei sind Thüringer Kreativunternehmen sowohl national, als auch international gefragt und ihre Auftraggeberinnen und Auftraggeber kommen aus einem breit gefächerten Branchenspektrum. Hierzu zählen unter anderem die Industrie, das Bauwesen, die Automobil-Branche, die Bereiche Bildung, Energie und Gesundheit sowie der öffentliche Sektor. 

 

2. Aufträge kommen kaum durch Wettbewerbe und Ausschreibungen zustande

Die Aufträge der befragten Unternehmen kommen hauptsächlich durch Empfehlungen und somit durch eine direkte Kontaktaufnahme der Kunden und Kundinnen zustande. Aufträge, die für den öffentlichen Sektor umgesetzt werden, resultieren selten aus der Teilnahme an Ausschreibungen oder Wettbewerben. 

 

3. Innovationspotenzial Kreativschaffender wird wenig genutzt

Einen Trend lässt die Befragung deutlich erkennen: Kreativschaffende werden erst spät in die Wertschöpfungskette eingebunden. Acht Prozent gaben an, bereits zu Beginn der Prozesse, nämlich in der Inspirations- und Ideenfindungsphase, beauftragt zu werden. Die überwiegende Mehrheit der Kreativschaffenden wird in den späteren Phasen mit der Gestaltung und Entwicklung beziehungsweise der Umsetzung und Verbreitung von Produkten und Lösungen betraut. Dabei entstehen Innovationen gerade am Anfang der Wertschöpfungskette, während der Ideen- und Inspirationsphase. 

 

4. Kommunikationsbarrieren sind größte Herausforderung bei der Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden

Die Befragten wurden im Zusammenhang mit ihren Aufträgen nach den drei größten Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit ihren Kunden und Kundinnen gefragt. Eine klare Kommunikation und gegenseitige Klärung der Erwartungshaltung wurden am meisten genannt, gefolgt von der fehlenden monetären Wertschätzung kreativer Leistungen. Die dritte Herausforderung bezieht sich auf ein unzureichendes Zeit- und Projektmanagement. 

 

5. Nachfrage nach kreativen Leistungen ist im Verlauf der Corona-Situation gestiegen

Eine erhöhte Nachfrage unmittelbar zu Beginn der Corona-Situation ist bei den befragten Unternehmen nicht zu erkennen. 40 Prozent gaben aber an, dass die Nachfrage nach ihren Leistungen im Verlauf der Corona-Situation gestiegen ist. Die Hälfte der befragten Kreativschaffenden blickt positiv in die Zukunft und erwartet, dass die Nachfrage in den kommenden sechs Monaten stabil bleibt beziehungsweise zunimmt. Die Unternehmen reagierten zudem flexibel auf die neuen Herausforderungen und entwickelten neue Formate und Produkte. Zusätzlich nahmen sie Anpassungen an ihrem Leistungsportfolio vor.

 

6. Innovationsbereitschaft der Kunden und Kundinnen von Kreativschaffenden ist im Verlauf der Corona-Situation gestiegen

Die Innovationsbereitschaft ihrer Kunden und Kundinnen wird von den befragten Kreativschaffenden eher positiv eingeschätzt. Die Frage, ob sich die Innovationsbereitschaft im Verlauf der Corona-Situation verändert hat, bejahten knapp 60 Prozent. Davon sagten drei Viertel, dass die Innovationsbereitschaft insgesamt gewachsen sei.

 

Header- und Beitragsgrafik: GDJ

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