Kreative Köpfe

6 FRAGEN AN MELISSA HARMS UND NELE SCHACHT VON DER PARZELLE34

Vor circa zehn Jahren verschlug es die Bayerin Nele Schacht und die Schleswig-Holsteinerin Melissa Harms zum Studium der Medienkunst und des Kommunikationsdesigns nach Weimar an die Bauhaus-Universität. Bereits während dieser Zeit lernten sich die beiden jungen Frauen kennen. Letztes Jahr beschlossen sie, ihre Expertisen zusammenzulegen und gründeten im November das Büro für grafische Gestaltung parzelle34 mit Sitz in Weimar. Hier konzipieren und gestalten sie für Kunden und Kundinnen “Illustrationen, Animationen und visuelle Identitäten”. Wir haben das dynamische Duo via Zoom zum Interview getroffen und mehr über ihren Weg in die Selbständigkeit, ihre Visionen und Projekte erfahren.

 

Melissa (li.) und Nele von der parzelle34.

 

1. Wie gestaltete sich euer Weg in die Selbstständigkeit und warum seid ihr in Thüringen geblieben?

Melissa: Als gebürtige Lübeckerin verschlug es mich zum Studium der Medienkunst und anschließend der visuellen Kommunikation an die Bauhaus-Universität nach Weimar. Während und nach meinem Studium habe ich als Medienkünstlerin und Kommunikationsdesignerin für verschiedene Auftraggebende gearbeitet. Als Angestellte in einem Weimarer Designbüro wurde mir schnell klar, dass sich meine Kreativität und mein eigenes Schaffen in einem klassischen Angestelltenverhältnis nicht so entfalten können, wie ich es mir wünsche. Der Gedanke für den Weg in die Selbstständigkeit nahm ab diesem Zeitpunkt mehr und mehr Form an. Als ich Nele und ihre Arbeitsweise während unserer gemeinsamen Zeit in der Agentur kennenlernte, stellten wir schnell fest, dass wir uns mit unseren Expertisen sehr gut ergänzen und wir ein eigenes Kreativbüro gründen wollen. Meine Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Corporate Design und Grafikdesign, während Nele unsere Fachfrau für Illustration und Animation ist. Ursprünglich war nie geplant, so lange in Weimar zu bleiben, doch mittlerweile ist die Stadt zu meiner neuen Heimat geworden, in der ich mich sehr wohl fühle, hier arbeite und lebe, meine Freunde habe und mit Nele das gemeinsame Business inklusive gemeinsamem Kreativbüro betreue.

Nele: Nach meinem Medienkunst-Studium an der Bauhaus-Universität in Weimar, lebte ich eine Zeit lang an der Ostsee und studierte an der Hochschule Wismar Kommunikationsdesign und Medien. Dieser Zweiklang war für meinen beruflichen Werdegang sehr sinnvoll, denn an der Bauhaus-Universität lag der Fokus in meinem Studiengang auf dem freien und künstlerischen Arbeiten, während an der Hochschule Wismar der Schwerpunkt auf der Kreativität als Dienstleistung und Kundenprojekten lag. Meine Freunde, mein Partner und das positive Lebensgefühl zogen mich schließlich wieder zurück ins schöne Weimar. Ich lebe gerne hier. Die Stadt ist nicht zu groß oder anonym. Hier ist alles, was man braucht: Kultur, Natur, Kreativität. Ebenso wie Melissa war auch ich vor der Gründung der parzelle34 als Angestellte tätig. Durch meine Erfahrungen, die ich im Studium sammeln konnte, hatte ich jedoch bereits einen guten Eindruck davon bekommen, wie es ist selbstständig zu arbeiten.

 

 

2. Welche Projekte habt ihr bereits umgesetzt und mit welchen Branchen arbeitet ihr zusammen?

Melissa: Mit meinen Schwerpunkten Corporate Design und Grafikdesign bin ich vor allem für Projekte wie Logo-Designs, Erscheinungsbild-Entwicklung im Print- und Online-Bereich sowie Text- und Bildsatz zuständig. Unsere Auftraggebenden kommen aus dem privatwirtschaftlichen Bereich, wie zum Beispiel kleine Handwerksbetriebe. Auch ärztliche Praxen sowie kulturelle Institutionen, Gründungswerkstätten oder Unternehmen aus dem Bereich Umwelt gehören zu unserem Kundenklientel. Uns ist es wichtig, als Gestalterinnen von Anfang an in den konzeptionellen Prozess mit einbezogen zu werden, um eine ganzheitliche, nutzbare und nachhaltige Gestaltung als Endergebnis zu erhalten. Damit das gelingt, stellen wir viele Fragen, beraten Auftraggebende klar und offen und arbeiten transparent. Nur so können wir den Kern der Botschaft und des Unternehmens bestmöglich präsentieren und genau das Produkt liefern, das wirklich gebraucht wird.

Nele: Melissas Expertise im Bereich Design und meine Fähigkeiten als Illustratorin ergänzen sich perfekt. Konzeption, Gestaltung und Illustration greifen hierbei ineinander. Einer unserer Schwerpunkte liegt auf der Vereinfachung von komplexen Inhalten für Ausstellungen, Broschüren und Faltblätter, aber auch in Erklärfilmen und vielem mehr. Es geht uns hierbei nicht darum, die “ästhetische Kirsche auf der Torte” zu sein, sondern mit unserer Gestaltung Inhalte einfacher verständlich zu vermitteln. Gern arbeiten wir aber auch an künstlerischen oder experimentellen Projekten, wie zum Beispiel an Animationen für Musikvideos oder Erscheinungsbildern für andere Kreativschaffende.

 

 

3. Wie kam es zu der Idee mit eurem gemeinsamen Kreativbüro in Weimar?

Melissa: Nach der Gründung letztes Jahr im November haben wir zunächst in unseren Wohnzimmern oder im heimischen Büro gearbeitet. Schnell wurde uns bewusst, dass wir einen Ort brauchen, an dem wir konzentriert und ohne Störungen arbeiten, gemeinsame Projekte austüfteln und gegebenenfalls auch Kunden und Kundinnen zu Besprechungen einladen können.

Nele: Vor einigen Wochen ergab sich die Chance auf einen kleinen Eckladen in einem Wohngebiet am Rand von Weimar, den wir sofort angemietet haben. Hier können wir uns als Unternehmen, aber auch als Kreativschaffende präsentieren, kommen mit potenziellen Auftraggebenden und Leuten aus unserem Netzwerk ins Gespräch und können gleichzeitig unsere freien künstlerischen Arbeiten ausstellen.

 

 

4. Wie würdet ihr euren Stil beschreiben und was inspiriert euch?

Melissa: Grundsätzlich würde ich meinen persönlichen gestalterischen Stil als sehr aufgeräumt bezeichnen: In unserer Zusammenarbeit treffen meine klaren Linien auf den offenen und lockeren Stil von Nele, sodass sich beides auf eine spannende Art und Weise ergänzt. Bei Auftragsprojekten stellen wir viele Fragen, um das Vorhaben und dessen Hintergründe kennenzulernen und zu verstehen, damit wir den Kern eines Unternehmens und dessen Werte über den grafischen Stil des Erscheinungsbilds visualisieren können. Somit verleihen wir jedem Projekt ein eigenes und ausdrucksstarkes Gesicht.

Nele: Im Prinzip kann mich alles um mich herum inspirieren. Ich denke, als Gestalterin geht man immer mit offenen Augen durch die Welt.
Ab und an gönnen Melissa und ich uns auch eine kreative Pause in unserem gemeinsamen Kleingarten. Wir treffen uns oft dort, um bei der Gartenarbeit zu entspannen, Energien zu sammeln und um neue Ideen zu generieren.

 

 

5. Wie wichtig ist euch Netzwerken?

Nele: Durch das Studium sind natürlich viele Kontakte zu anderen Gestaltenden entstanden, die wir bis heute pflegen. Der Austausch mit anderen und untereinander ist sehr wichtig, denn hier kann man sich und seinen Geist mit neuen Ideen erfrischen. Ansonsten gehören zu unserem beruflichen Netzwerk noch weitere Selbständige aus unterschiedlichen kreativen Bereichen, aber auch Agenturen.

Melissa: Zu Beginn des Studiums war ich oft verunsichert angesichts des Könnens von anderen Kreativschaffenden. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass das die falsche Perspektive ist: Kooperationen sind sehr wichtig und am Ende hat doch jeder seine eigene kleine Nische und seinen Stil, den er oder sie bedient. Anstatt Konkurrenzdruck zu schüren, kann man sich doch lieber Aufträge vermitteln oder gemeinsame Sache machen und so mehr erreichen.

 

 

6. Was sind eure Visionen für 2021?

Nele: Zunächst möchten wir unseren Standort feiern, unsere Freunde und unser Netzwerk einladen, uns in unserem Kreativbüro zu besuchen und mit uns in den Austausch zu kommen. Ansonsten möchten wir unsere Referenzen und unser Business weiter ausbauen. Wir freuen uns über Anfragen zum Wissensaustausch und gemeinsamen Projekten.

 

Kontakt

parzelle34 – Büro für grafische Gestaltung
Harms & Schacht GbR
Bechsteinstraße 1
99423 Weimar
www.parzelle34.de

 

Ihr Interview auf unserer Webseite!

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Michael Katzlberger

CEO Katzlberger Consulting GmbH

Michael Katzlberger war von 2001-2021 Geschäftsführer von TUNNEL23, einer der führenden und meistausgezeichnetsten digitalen Kreativagenturen Österreichs. Seit 2016 widmet sich Katzlberger intensiv dem Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Kreativindustrie und gibt sein Spezialwissen in Workshops, Lehrveranstaltungen und Gastvorträgen im In- und Ausland weiter. 

Seit 2021 ist Katzlberger mit einem neuen Unternehmen, der Katzlberger Consulting GmbH selbstständig tätig. Sein Schwerpunkt liegt darauf, das Thema KI zu entmystifizieren, um es Unternehmen, Studierenden  und der breiteren Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen. 

Sein Engagement gegen Hass im Internet, dem in Echtzeit mit KI begegnet wurde, wurde 2019 mit vielen Auszeichnungen belohnt, unter anderem mit dem Confare #IDEAward 2019, dem Deutschen Preis für Wirtschaftskommunikation 2019 (Berlin) oder der Nominierung zum Staatspreis für Digitalisierung für das Projekt #calmdowninternet.

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