Kreative Köpfe

IM PORTRAIT: VINTAGEWERFT – EIN GESPRÄCH MIT LARS LEWANDOWSKI

Ein Hauch von Vergangenheit, Patina, Möbel und Design aus Metall, Leder und Holz – Lars Lewandowski entwickelt unter seinem Label “Vintagewerft” außergewöhnliche Wohnräume, Läden oder Büros und setzt diese mit der richtigen Einrichtung und Beleuchtung in Szene. Dabei hat sich der Ur-Eisenacher auf Interieur-Design mit Industrie-Charme spezialisiert. Viele der Möbel baut er in der eigenen Werkstatt. Er gibt Second-Hand-Möbeln mit Geschichte durch Upcycling einen neuen Glanz. Wir haben den Thüringer zum Zoom-Interview getroffen und mehr über die Entwicklung seines Business, seine Projekte und seinen Workflow erfahren. 

 

Foto: Paul Träger

 

Laden- und Büro-Einrichtungskonzepte mit Wow-Effekt

“Patina wischen wir nicht weg, sondern erhalten sie. Meine Leidenschaft gilt Vintage-Möbeln. Ich liebe es, wenn Gegenstände bereits eine Geschichte erzählen, die ich durch meine eigene Interpretation weiter erzählen kann”, sagt Lars Lewandowski. Der gebürtige Thüringer hat sich auf das Upcycling von Vintage-Möbeln spezialisiert und berät seine Kunden und Kundinnen mit Laden- und Bürokonzepten im Bereich Interieur und Design. Zu seinem Kundenklientel gehören unter anderem Coworking-Spaces, wie das KrämerLoft oder die Kreativtankstelle in Erfurt, in Jena das Del Corazon und das Kombinat01, Redding-Store in Leipzig, das Café Bohne Traube am Erfurter Domplatz und der Pack’s Ein – Der Unverpackt-Laden in Eisenach. “Meine Kunden und Kundinnen möchten ausgefallenes und auffälliges Interieur-Design. Sie wollen ihren Besuchern und Besucherinnen beim Eintreten in ihren Laden oder Cowork-Space einen Wow-Effekt bieten”, so der Designer. Mit seinen Kunden arbeitet er langfristig zusammen. Neukunden generiert er durch Empfehlungen, aber auch durch seinen Instagram-Channel, auf welchem er seine neuesten Möbel und Projekte zeigt. 

 

Foto: David Sievers

 

Vom Handwerker-Markt zum eigenen Business

Dabei kommt Lars Lewandowski eigentlich aus einem ganz anderen Bereich: In Ilmenau arbeitete er längere Zeit in der Industrie. “Ich habe schnell gemerkt, dass mich dieser Beruf nicht glücklich macht und es mir in meinem Alltag an Kreativität fehlt. Ich wollte das ändern, wusste aber lange Zeit nicht wie”, erinnert er sich. “Irgendwann schlenderte ich über den Hafenmarkt am Erfurter Zughafen, bei dem Handwerker und Kreative ihre selbstgemachten Designprodukte ausstellen und verkaufen. Ich habe mich in dieser kreativen Atmosphäre sofort wohl gefühlt und mir gedacht: Irgendwann stehe ich hier auch mal und biete den Leuten coole Produkte an!” Und so kam es dann auch. Aus alten Holz-Skiern designte er zunächst Schlüsselbretter und bewarb sich mit seinen Produkten beim Hafenmarkt in Erfurt. Er bekam einen Platz zum Ausstellen – der Wendepunkt für seine Berufung. “Es hat keine zehn Minuten gedauert, da waren die ersten Schlüsselbretter weg. Es folgten erste Bestellungen für individuelle Anfertigungen. Wir waren am Ende des Tages ausverkauft! Das positive Feedback war überwältigend. Ich hatte verstanden, dass ich mit meinen Ideen Menschen begeistern kann.” Danach ging alles ganz schnell: Aufträge für Möbel und die Erstellung eines Einrichtungskonzeptes in einem Jenaer Laden folgten. Vier Jahre sind seit dem Hafenmarkt-Erfolg vergangen. Heute hat er zwei Angestellte und Showroom mit integrierter Werkstatt in Eisenach. Den Showroom teilt er sich mit einem selbstständigen Fotografen, der hier ebenso Platz für seine Arbeit findet und auch die Fotos von Lars’ neuen Möbel-Designs für seine Webseite und seinen Instagram-Kanal anfertigt. Zusammen mit anderen Kooperationspartnern aus den Bereichen Lampen- und Lichtkonzepte sowie Händlern für gebrauchte Möbel bearbeitet er zudem Projekte für Thüringer, nationale aber auch internationale Kunden, wie beispielsweise der Schweiz “Ich führe endlich das Leben, das ich schon immer führen wollte. Ich kann mich kreativ entfalten und mit meinem Stil und Geschmack andere Menschen begeistern und Wohlfühl-Orte schaffen. Ich habe aufgehört zu arbeiten, denn ich habe meine Berufung gefunden”, konstatiert Lars Lewandowski.

 

Foto: Vintagewerft

 

Charmante und reizvolle Möbel mit Geschichte

Lars Lewandowskis Stil und Geschmack beschreibt er selbst als “eine Mischung aus gebraucht und modern Elementen”. Er verwendet am liebsten natürliche Materialien, wie Massivholz, aber auch Leder und Stahl – die Hauptsache ist, dass die Möbel eine Geschichte transportieren: “Ich liebe die Geschichte hinter den Dingen und gehe daher auch gerne auf Flohmärkte. Das hat nicht nur einen gewissen Charme und Reiz, sondern auch nachhaltige Aspekte. Ich finde es sehr bedauerlich, wenn Sachen achtlos weggeworfen werden, aus denen Neues entstehen kann. Diesen Zyklus möchte ich durch meine Arbeit stoppen.” 

 

Foto: Vintagewerft

 

Visuelles Kommunizieren über inspirative Plattformen

Die Ideen für seine Raumkonzepte und Möbel entstehen über die Inspirationsplattform Pinterest. Hierüber “kommuniziert” er auch mit seinen Kunden und Kundinnen: “Ich eröffne zu jedem Projekt eine Pinnwand für mich und den Kunden oder die Kundin auf Pinterest. Hier werfen dann beide Seiten inspirierende Bilder in den Inspirations-Topf hinein. Das ist nicht nur eine super Plattform, um sich selbst und gegenseitig zu inspirieren, sondern auch um den eigenen Geschmack zu visualisieren und bildhaft miteinander zu kommunizieren. Im Anschluss erstelle ich ein Konzept mit allen nötigen Details”, erläutert der Einrichtungs-Experte. Der persönliche Kontakt bliebe deshalb nicht aus: “Es ist mir besonders wichtig, immer zu begreifen, was der Kunde oder die Kundin sich wünscht und wie er oder sie sich in diesem Raum fühlen will. Persönlicher Kontakt und Austausch ist daher in meinem Metier sehr wichtig. Vieles fertige ich aufgrund persönlicher Wünsche als Maßanfertigungen an. Daher verzichte ich auch auf einen Online-Shop. Jedes Stück ist einmalig und nicht 08/15.”

 

Foto: Vintagewerft

 

Büroräume mit dem Design der Zukunft

Dass Räume und ihre Einrichtung, vor allem im Business-Bereich, einen entscheidenden Einfluss auf die Kreativität und die Work-Life-Balance haben, zeigte schon unser Ausflug in die nordischen Design-Welten von Holz & Hygge aus Jena. Was ist denn nun das Ziel der Vintagewerft? “Räume – ob im Business-Bereich oder im Privaten – sollten vielmehr dahingehend gestaltet werden, dass sich Menschen darin wohlfühlen, produktiver werden und ausgeglichener sowie zufriedener sind. Vor allem bei Coworking-Spaces fördert ein besonderer Raum die kreativen Ideen viel nachhaltiger als ein grauer Bürokomplex.” Was beschreibt in Folge dessen dann das Design der Zukunft? “Das Design der Zukunft wird auf die menschlichen Bedürfnisse immer weiter angepasst werden. Es sollte zu der Generation passen, die zeitlich und örtlich ungebunden leben und arbeiten möchte. In Zukunft werden sich mehr und mehr Menschen ihren Arbeitsplatz selbst aussuchen. Sie brauchen daher jetzt schon Räume, mit welchen sie sich identifizieren und sich so bestmöglich entfalten können.”

 

Foto: Vintagewerft

 

Eisenach als Ruhezone und Kreativort

Auch seine eigene Umgebung wählt sich der Eisenacher ganz bedacht: “Ich lebe und arbeite hier in Eisenach, in meiner Heimat. Hier fühle ich mich wohl und angekommen. Meine Wohnung ist zwar in der Stadt, ich bin jedoch in zwei Minuten im Wald. In dieser Umgebung kann ich sehr kreativ sein und habe den nötigen Raum und die Ruhe”, meint Lars Lewandowski. “Durch die Ladenschließungen wurden viele Projekte für Konzeptumsetzungen gestoppt oder abgeblasen. Aber ich nutze die Zeit, baue meine Webseite um und fertige natürlich weiterhin neue (alte) Möbel an. Ich bin guter Dinge und freue mich auf neue und innovative Projekte im Jahr 2021.” 

 

Kontakt

Vintagewerft
Ernst Böckel Straße 2
99817 Eisenach
vintagewerft.com
+49 (0) 151/64 30 04 48
moin@vintagewerft.de

 

Ihr Firmenportrait auf unserer Webseite!

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Titelbild: Simon Fitz

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Michael Katzlberger

CEO Katzlberger Consulting GmbH

Michael Katzlberger war von 2001-2021 Geschäftsführer von TUNNEL23, einer der führenden und meistausgezeichnetsten digitalen Kreativagenturen Österreichs. Seit 2016 widmet sich Katzlberger intensiv dem Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Kreativindustrie und gibt sein Spezialwissen in Workshops, Lehrveranstaltungen und Gastvorträgen im In- und Ausland weiter. 

Seit 2021 ist Katzlberger mit einem neuen Unternehmen, der Katzlberger Consulting GmbH selbstständig tätig. Sein Schwerpunkt liegt darauf, das Thema KI zu entmystifizieren, um es Unternehmen, Studierenden  und der breiteren Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen. 

Sein Engagement gegen Hass im Internet, dem in Echtzeit mit KI begegnet wurde, wurde 2019 mit vielen Auszeichnungen belohnt, unter anderem mit dem Confare #IDEAward 2019, dem Deutschen Preis für Wirtschaftskommunikation 2019 (Berlin) oder der Nominierung zum Staatspreis für Digitalisierung für das Projekt #calmdowninternet.

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