Kreative Köpfe

PORTRAIT: BERIT GROSSWENDT (ROOM 26)

Berit Grosswendt – Mode-Spezialistin, Content-Profi und Geschäftsführerin von Room 26, einer Textagentur, die die Powerfrau 2016 in Berlin gründete und seit zwei Jahren von Jena aus leitet. Sie berät Mode-, Beauty- und Lifestyle-Marken und realisiert mit ihrem Team aus erfahrenen Fachautoren Content-Projekte im Bereich Text, Textmanagement, Translation, Communication und Creative Consulting. Wir haben die gebürtige Thüringerin zum Interview getroffen, um mehr über ihr Leben als Unternehmerin, Buchautorin und Fashionista zu erfahren.

 

Foto: Heidi Gumpert

 

„Mode ist meine Leidenschaft”

Die Oktobersonne leuchtet auf das stylishe Outfit von Berit, als wir uns zum THAK Interview in Erfurt treffen. Sie trägt einen dunkelblauen Kord-Anzug im 70er-Jahre-Look, Burberry-Trenchcoat und knallige Sneakers, dazu ihr Markenzeichen, eine modische Oversize-Sonnenbrille, durch die sie lacht. “Als Mode-Journalistin habe ich ein Leben wie im Film Der Teufel trägt Prada” geführt, erzählt Berit Grosswendt, die nach dem Germanistik-Studium an der FSU Jena und anschließender Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München für namhafte Magazine wie Elle, Madame und InStyle gearbeitet hat. Sie berichtete über Modeschauen, jettete zu den Fashion-Weeks um die halbe Welt und interviewte bekannte Designer wie Valentino, Giorgio Armani, Tommy Hilfiger, Miuccia Prada oder Carolina Herrera. “Manchmal fühlte sich mein beruflicher Alltag beinahe surreal an. Für Interview-Termine wurden wir eingeflogen, haben auf Partys mit Hollywood-Stars getanzt und in Luxus-Hotels übernachtet“, erinnert sich Berit, die nicht nur in Paris zu den Chanel Shows eingeladen war, sondern auch die damalige First Lady Laura Bush zu einer privaten Anprobe in New York begleiten durfte.

 

Von Jena hinaus in die Welt

Dabei wollte Berit Grosswendt schon immer Journalistin werden und die Welt bereisen: “Mir war schnell klar, dass mir Jena auf Dauer zu klein und zu eng werden wird”, sagt die Thüringen-Rückkehrerin. Ihre Leidenschaft neben der Mode? Das Schreiben! Diesem journalistischen Traum näherte sich Berit schon während des Studiums durch Praktika bei Tageszeitungen, Verlagen, Rundfunk und Fernsehen. “Wer journalistisch arbeiten möchte, sollte ein grundsätzliches Interesse für Themen, Menschen und Umstände mitbringen und neugierig sein: auf die Welt, das Leben.” Berit, die leidenschaftlich gern in Zeitschriftenläden stöbert und sich neben digitalen Medien auch in analogen Zeitungen und Magazinen über News und Trends informiert, findet regelmäßiges Austauschen und Netzwerken elementar. „Ich bin ständig auf der Suche nach talentierten Textern und informiere mich täglich über die Arbeit meiner Kollegen und Kolleginnen“, sagt die Geschäftsführerin von Room 26. “Mich inspiriert die ‘Denke und Schreibe’ anderer Autoren.“ Man könne viel voneinander lernen. Konkurrenzdenken und Neid seien ihr fremd. Das lebt Berit Grosswendt auch im PhilosophenPalais in Jena, wo sie sich mit anderen Kreativen einen Workspace teilt und projektbezogen zusammenarbeitet. „Befruchten statt bekämpfen“, ist hier das Motto der Weggefährten, die sich freundschaftlich und räumlich zusammengefunden haben. Ziele sind ein gemeinschaftlicher Arbeitsort, Austausch in einer Community, Synergien zu nutzen und an gemeinsamen Kundenaufträgen zu arbeiten: “Bedarfsorientierte Zusammenarbeit ist für mich der moderne Workflow der Zukunft.”

 

Foto: Heidi Gumpert

 

Die Macht der Sprache in der Unternehmenskommunikation

Auch mit ihrer Agentur Room 26 setzt Berit auf Vernetzung und Zusammenarbeit: Gemeinsam mit einem Team aus Fachautoren, die international aufgestellt sind, bietet sie für Marken wie Allude, SET, BMW, Hermès, Cartier, Thomas Sabo, Seidensticker, Swarovski und vielen anderen hochqualitativen Content und Storytelling in Form von Newslettern, Advertorials und Produktbeschreibungen. Aber auch Kampagnen-Texte, Teaser für Websites, Social Media Texte, Brand-Slogans und Pressemitteilungen gehören zu ihrem umfangreichen Portfolio. Darüber hinaus verfasst die Agentur Corporate-Publishing-Inhalte, Geschäftsberichte, Video- und Magazin-Content, Broschüren sowie Kollektions-beschreibungen für Lookbooks und kuratiert Instagram-Profile. “Wir werden oft gefragt, mit welchem Textprogramm wir arbeiten“, sagt Berit Grosswendt schmunzelnd. „Meine Antwort lautet da immer: mit dem komplexesten Tool des menschlichen Körpers – dem Gehirn. Denn das ist unsere Expertise: Packenden, relevanten und informativen Content produzieren, der anschaulich das Wesen einer Marke und die dazugehörige Firmenphilosophie vermittelt.“ Qualität und Authentizität werden deshalb bei Room 26 großgeschrieben. Jeder Text, jeder Buchstabe unterliegt einer Qualitätskontrolle und geht noch einmal final über Berits Schreibtisch. Mit Buchstaben hat auch der Name der Agentur Room 26 zu tun. Er steht für den Raum und die sechsundzwanzig Buchstaben im Alphabet. „Mit Room 26 bewegen wir uns in einem Raum voller Buchstaben, die wir aneinander reihen, Wörter und Sätze kreieren, und aus denen Texte mit hochwertigem, fundiertem und anspruchsvollem Content entstehen. Und das alles mit einer Agentur mit Visionen und einem 360 Grad-Blick.”

 

Foto: THAK

 

Wie kann man als Fashion- und Lifestyle-Brand, gerade in der heute schwierigen Zeit, Vertrauen zu seinen Kunden aufbauen und Neukunden gewinnen? Das sei die wichtigste Frage, um die sich bei den Auftraggebern von Room 26 derzeit alles dreht. Antwort vom Storytelling-Profi: „Das funktioniert vor allem durch eine professionelle Unternehmens-Kommunikation, die Emotionen transportiert. Durch ansprechende Texte können Werte eines Unternehmens, Visionen und Missionen direkt und unmittelbar vermittelt werden. Wir entwickeln individuelle, firmeneigene Sprachstile und beraten in Sachen Textstrategie“, erklärt Berit Grosswendt, für die Markenverständnis die Grundlagen für eine strategische Content-Entwicklung ist. Und wie sieht die aktuelle Lage aus? “Normalerweise trifft man sich in unserer Branche persönlich, tauscht sich auf Messen, Events und Showroom-Terminen aus, lernt die Kollektion kennen, die Designer, spürt das Produkt und die Idee dahinter“, sagt die Content-Expertin, die schon mit ihrem Coffeetable-Buch Cashmere für die Marke Allude erfolgreich war. „Das ist aktuell in der Form leider nicht möglich und auch digitale Messen bieten für die direkte Kommunikation und den kreativen Austausch keinen adäquaten Ersatz.“ Bis sich alles hoffentlich bald wieder normalisiert, führt Berit Kundengespräche via Online-Call oder sieht sich Kollektionen in virtuellen Präsentationen an. Schnell umdenken, neue Wege gehen, auf die Veränderungen des Marktes reagieren, das haben alle in der Mode- und Lifestylebranche spontan lernen müssen.

Trotz des digitalen Workloads, auf den das Arbeiten bei Room 26 ausgerichtet ist: “Sympathie und Vertrauen entwickelt sich vor allem in regelmäßigen und persönlichen Gesprächen. Die Nähe zum Kunden – auch räumlich – ist mir besonders wichtig“, sagt Berit Grosswendt, während sie an diesem goldenen Herbsttag im Café um die Ecke ein Eis bestellt. Deshalb wünsche sie sich eine intensivere Zusammenarbeit mit Lifestyle-Marken aus Thüringen, um nicht nur persönlich, sondern auch beruflich noch mehr mit ihrer Heimat verbunden zu sein. Wellness, Beauty, Food, Tourismus und Design – das sind Bereiche, in denen Berit Grosswendt hier im Vergleich zu anderen Bundesländern akuten Nachholbedarf sieht. „Wo sind mutige Unternehmerinnen, die Visionen haben und sich trauen, ein Lifestyle-Brand zu gründen, Investoren an Bord zu holen und groß zu denken?“

 

Foto: Heidi Gumpert

 

Ein frischer (Mode-)Wind weht durch die Gassen Jenas

Apropos visionär- und großdenken: das lebt Berit sowohl als Agentur-Chefin als auch in Sachen Women Support vor. Aktuell entwickelt sie Pläne, wie man – ostdeutsche – Powerfrauen medial sichtbar und als Role Models einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen kann. “Wir müssen uns als Frauen meiner Meinung nach noch enger verknüpfen, unserer Stärken bewusster sein und gemeinsame Expertisen nutzen. Ost-Frauen sind zwar top ausgebildet, aber an entscheidenden Stellen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik unterrepräsentiert, was sich dringend ändern muss”, meint die gebürtige Jenenserin. Und wenn es um ihr Lieblingsthema Mode geht, ergänzt sie: “Man darf und kann als Businessfrau heutzutage alles: unternehmerischen Erfolg haben UND modisch gekleidet sein.“ Beides würde man bei Berit sofort unterschreiben. Sie wirkt kompetent und hat einen Look, mit dem sie auffällt. Allerdings, so gibt die Agentur-Chefin zu, habe sie erst lernen müssen, darauf stolz zu sein: „Am Anfang habe mir das nötige Selbstbewusstsein bei meinen West-Kolleginnen und Freundinnen abgeguckt“, sagt die Mutter zweier Kinder. Während sie zu Beginn ihrer Karriere als Exotin abgestempelt wurde, ist Berit Grosswendt heute stolz auf ihre Herkunft, gerade weil sie die Unterschiede kennt und sich die Vorteile aus beiden Welten zunutze macht – mit Können und mit Auftreten zu punkten. “Meine Leidenschaft und mein Wille haben mich jeden Tag begleitet und ermöglicht, das zu erreichen, was ich wollte.“ Jetzt müssten noch mehr Frauen nachziehen und speziell in Thüringen Flagge zeigen. „Ein bisschen Glamour kann nicht schaden“, findet die Fashionista und streicht sich durch ihr blondes, glattes Haar. Und plötzlich wird klar: Es weht schon jetzt ein frischer (Mode-)Wind durch die Gassen Jenas – und vielleicht auch bald durch ganz Thüringen.

 

 

Kontakt

Room 26

Content Creation I Communication I Consulting
Berit Grosswendt
CEO & Co-Founder

berit.grosswendt@room-26.de
www.room-26.de
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