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ÜBERBRÜCKUNGSHILFE

Eckpunkte “Überbrückungshilfe” 

Im Rahmen des Konjunkturpaketes stellt die Bundesregierung eine “Überbrückungshilfe für Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen” bereit. Das Programm will die wirtschaftliche Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen sichern, die durch vollständige oder teilweise Schließung oder Auflagen der Corona-Krise erhebliche Umsatzausfälle erleiden. Es können die fixen Betriebskosten, die dem Unternehmen für die Monate Juni bis August 2020 entstehen, teilweise erstattet werden. In diesem Beitrag finden Sie die wichtigstens Fragen und Antworten übersichtlich zusammengestellt.   

 

Wer kann die Förderung beantragen?

  • antragsberechtigt sind Unternehmen, Organisationen, Soloselbständige und Freiberufler im Haupterwerb jeder Branche

 

Was sind die Fördervoraussetzungen? (Umsatzrückgang April und Mai 2020)

  • Voraussetzung ist, dass der Antragsberechtigte seine Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen musste
  • dies ist erfüllt, wenn der Umsatz im April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60% gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist
  • für Gründungen nach April 2019 gelten die Monate November und Dezember 2019 als Vergleichsmonate
  • für Gründungen nach Juni 2019 gelten die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020

 

Wie hoch ist die Förderquote?

  • die Förderung wird für jeden Monat (Juni, Juli, August) gesondert berechnet
  • die Höhe der Überbrückungshilfe hängt von der Höhe des Umsatzeinbruchs im Förderzeitraum gegenüber dem Vorjahresmonat ab
  • für jeden Monat ist zunächst eine Prognose vorzunehmen, wie hoch der Umsatzrückgang ausfallen wird → die Höhe des Umsatzrückgangs bestimmt, in welcher Höhe die Fixkosten erstattet werden:
    • Umsatzeinbruch im Fördermonat mehr als 70 Prozent = Erstattung der Fixkosten für Fördermonat von 80 Prozent
    • Umsatzeinbruch im Fördermonat ziwischen 50 und 70 Prozent = Erstattung der Fixkosten für Fördermonat von 50 Prozent
    • Umsatzeinbruch im Fördermonat zwischen 40 und 50 Prozent = Erstattung der Fixkosten im Fördermonat von 40 Prozent
  • liegt der Umsatz in einzelnen Fördermonaten bei wenigstens 60 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats, entfällt die Überbrückungshilfe anteilig für den jeweiligen Fördermonat

 

Was wird gefördert?

  • folgende Fixkosten sind förderfähig:
    1. Mieten & Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten (Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig)
    2. weitere Mietkosten
    3. Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
    4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
    5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung und Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich EDV
    6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
    7. Grundsteuer
    8. betriebliche Lizenzgebühren
    9. Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
    10. Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen
    11. Kosten für Auszubildende
    12. Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10% der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert. 
  • die Fixkosten nach Ziffer 1 bis 9 müssen vor dem 1. März 2020 begründet worden sein

 

Wie viel wird gefördert?

  • die Grenzen der Regelförderung beziehen sich auf den gesamten Förderzeitraum Juni bis August
    • bis 5 Beschäftigte = max. 9.000 Euro Erstattungsbetrag für 3 Monate
    • bis 10 Beschäftigte = max. 15.000 Euro Erstattungsbetrag für 3 Monate
    • mehr als 10 Beschäftigte = max. 150.000 Euro Erstattungsbetrag für 3 Monate
  • Beschäftigtenzahl = Mitarbeiter in Vollzeitäquivalent zum Stichtag 29. Februar 2020

 

  • Soloselbständige, die die Zugangsvoraussetzungen gemäß Richtlinie erfüllen und die Umsatzrückgänge für eine anteilige Fixkostenerstattung erreichen, erhalten zusätzlich einen Zuschuss zu den Lebenserhaltungskosten in Höhe von 1.180 Euro monatlich für maximal zwei Monate im Geltungszeitraum Juni bis August 2020 dieser Richtlinie – gilt nur für Thüringen!

 

Wo und wie kann ich die Überbrückungshilfe beantragen?

  • der Nachweis des anspruchsbegründenden Umsatzeinbruchs und der erstattungsfähigen Fixkosten erfolgt in einem zweistufigen Verfahren
    • in der ersten Stufe (Antragstellung) sind die Antragsvoraussetzungen und die Höhe der erstattungsfähigen Kosten mit Hilfe eines Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers glaubhaft zu machen (Schätzung von Umsatzeinbruch und Fixkosten)
    • in der zweiten Stufen (nachträglicher Nachweis) sind diese mit Hilfe eines Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers zu belegen (Abrechnung von Umsatz und Fixkosten)
  • das Antragsverfahren wird durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer durchgeführt und über die Webseite des BMWI online eingereicht

 

Was ist zu beachten?

  • die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 30. September 2020 und die Auszahlungsfristen am 30. November 2020
  • wenn sich anhand der endgültigen Zahlen ergibt, dass die Förderung zu niedrig beantragt wurde, kann diese nachträglich aufgestockt werden
  • die Förderung ist zurückzuzahlen, sollte das Unternehmen nicht bis August 2020 fortgeführt werden
  • um die Einhaltung der Höchstbeträge nachzuweisen, wird auch eine Aufstellung der bisher erhaltenen anderen Soforthilfen und Beihilfen gefordert, da dass Programm Überbrückungshilfe unter die geänderte Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020 fällt

 

HINWEIS: Unternehmen, die sich für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren, sind nicht antragsberechtigt. Ebenso werden keine Unternehmen gefördert, bei denen zum 31.12.2019 die Voraussetzungen für die Einleitung eines Insolvenzverfahrens vorlagen oder der Antragsteller sich gemäß EU-Definition in Schwierigkeiten befunden hat.

 

TIPP: Hier finden Sie eine ausführliche FAQ-Übersicht.

 

TIPP: Umfangreiche Informationen zur Antragstellung, eine Checkliste sowie weiterführende Links finden Sie hier, auf den Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die Informationen auf unserer Website werden von uns fortlaufend überprüft und aktualisiert. Die Übersicht erhebt dennoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir weisen zudem darauf hin, dass die Angaben in diesem Beitrag nicht rechtsverbindlich sind.

 

Titelbild: Snapwire

 

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