Kreative Räume

6 FRAGEN AN DAS KONTOR ERFURT

Ein lebendiges Kreativquartier in Erfurt

Eine neue Heimat für Kreative, Innovative und Querdenker, bei der bewusst die Spuren der Vergangenheit noch ablesbar sind: Das Kontor in Erfurt ist ein großes Areal einer ehemaligen Großhandelsgesellschaft der DDR aus dem Jahr 1959 in Erfurt, welches bis 1991 in Nutzung war. Nach mehr als 25 Jahren Stillstand wird es zu einem lebendigen Kreativquartier zum Arbeiten, Veranstalten und Handeln umgewandelt. Wir haben uns mit Friedrich Göring vom Kontor zum Interview getroffen, um mehr über den kreativen Spot der Landeshauptstadt und seine Geschichte zu erfahren.

 

 

1. Um welchen kreativen Ort geht es und wer steht dahinter? 

Das Kontor ist ein ehemaliges Warenlager mit einer Fläche von über 10.000 qm. Das Gebäude wurde in den 90er Jahren leergezogen und war seitdem ohne Nutzung. Im Jahr 2017 erfolgte der Verkauf durch die Stadt Erfurt und gab damit den Startschuss für die Revitalisierung des Areals und die Entwicklung eines neuen Kreativquartiers in Erfurt. Das Kontor als denkmalgeschütztes Industriegebäude mit großen Glasfronten und Raumhöhen von bis zu 5,50 m bot hierfür ideale Voraussetzungen. Hinter der Entwicklung des Projekts stehen der Initiator Frank Sonnabend und Architekt Thomas Schmidt sowie viele andere, die bis zur Fertigstellung im Jahr 2019 große Unterstützung geleistet haben.

 

2. Für wen sind die Räume gemacht und gibt es hier ein spezielles Konzept?

Das Haus ist gedacht für Firmen und Projekte aus allen Bereichen – vom Start-Up, über bildende Künstler, Firmen aus der Kreativbranche bis hin zum gestandenen Unternehmen aus dem Bereich Industrie 4.0. Im Kontor befindet sich auf einer Fläche von ca. 1.500 qm die einzige Niederlassung der Firma Boesner, dem führenden Anbieter für professionellen Künstlerbedarf in Thüringen. Wichtig für uns ist, dass sich alle Nutzer des Kontors mit der Idee des Ortes identifizieren – Offenheit, Vernetzung, Austausch und der Blick nach vorn. Eine Community, die stetig wächst und immer ein bisschen mehr bietet, als nur einen Arbeitsplatz. Für Veranstaltungen, Workshops, Konferenzen oder Events gibt es im Kontor eine Veranstaltungsfläche mit ca. 750 qm. Sie bietet Platz für bis zu 400 Personen an einem besonderen Ort. Für kleinere Veranstaltungen kann das „Kontor-Loft“ als modularer Tagungs- und Workshopraum mit Platz für 20-70 Personen gebucht werden. Ein außergewöhnlicher Raum, an dem man mit seinem Team, seinen Kunden oder seinen Partnern aus einer ganz neuen Perspektive sein Projekt angehen und erfolgreich verwirklichen kann.

 

 

3. Welche Ausstattung haben diese?

Das Kontor bietet mietbare Büro- und Projektflächen, die mit Größen von circa 80-260 qm Raum für Büros, Studios, Ateliers neue Arbeitsräume geben. Die Studios sind mit Glasfasertechnologie ausgestattet und es gibt in den größeren Einheiten die Möglichkeit zur Einrichtung einer Küche. Teilweise sind die Studios zweigeschossig ausgebaut und bieten alle Möglichkeiten für die individuelle Einrichtung. Für alle Nutzer steht eine Gemeinschaftsküche mit einem großzügigen Raum, der auch für eigene Events genutzt werden kann, zur Verfügung. Das Gebäude ist barrierefrei ausgebaut und kann durch einen großen Lastenaufzug erschlossen werden. Mietbare Parkplätze stehen im Außenbereich zur Verfügung.

 

4. Welche besondere Geschichte verbirgt sich hinter dem Space?

Das Gebäude wurde 1958 als Erweiterungsbau der GHG-Haushaltswaren Erfurt errichtet. Hier wurden Haushaltswaren für den Groß- und Einzelhandel zum weiteren Versand vorbereitet und gelagert. Hierzu gab es einen direkten Gleisanschluss zur Warenlieferung. Die alten Gleisanlagen sind zum Teil noch erhalten. Im Jahr 1992 erfolgt die Stilllegung der GHG, seit dieser Zeit war das Gebäude ungenutzt. Alle geplanten Konzepte zur weiteren Nutzung oder gar dem Abriss, der Anfang der 2000er Jahre geplant war, konnten nicht umgesetzt werden. Das Gebäude wurde im Jahr 2010 als Industriedenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Ein Glücksfall, der vermutlich den Abriss und das Vergessen der vergangenen Industriearchitektur und Formsprache verhindert hat. Diese einzigartige industrielle Architektur wurde in ihrer Hülle nach den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde wiederhergestellt. Ein großer Vorteil war hier, dass das Gebäude, bedingt durch seine ursprüngliche Nutzung und der damit verbundenen massiven Bauweise, trotz des jahrelangen Leerstandes eine gute Substanz aufwies. Ein weiterer Glücksfall war der Architekt Thomas Schmidt, der für die weitere Entwicklung der Innenräume ein einzigartiges Konzept entwickelt hat, dass das Kontor zu dem macht, was es heute ist: Eine neue Heimat für Kreative, Innovative und Querdenker, bei der bewusst die Spuren der Vergangenheit noch ablesbar sind.

 

 

5. Wie fördern die Räume Kreativität?

Ziel des Projekts war es, eine neue Arbeitswelt abseits von langen dunklen Bürofluren, abgehängten Rasterdecken und dem beliebten Lamellenvorhang als Sonnenschutz zu schaffen. Die bestehende industrielle Architektur des Gebäudes mit seinen großen Raumhöhen und riesigen Glasflächen bieten dazu die idealen Voraussetzungen. In den Flurwänden wurden zusätzlich verglaste Öffnungen zur Belichtung und Kommunikation geschaffen. Die Nutzer sehen sich und werden gesehen. Die Flure mit ihrem einzigartigen Farbkonzept sind mit Nischen versehen und möbliert. Diese dienen der Erschließung, laden ein zur Kommunikation und schaffen einen lebendigen Ort. Eine zentrale Gemeinschaftsküche bietet ebenso Raum für Begegnungen und Austausch. Die großen Fensterfronten und das in der zweiten Ebene prägende Lichtband sorgen für die maximale Ausnutzung des Tageslichts im ganzen Gebäude.

 

6. Was gibt es sonst noch zu sagen?

Wir freuen uns auf euch, ob als Besucher oder Interessant für eine neue kreative Heimat.

 

 

Kontakt

Ansprechpartner: Friedrich Göring
Mail: friedrich@kontor-erfurt.de
Tel.: 0361/5415271

www.kontor-erfurt.de
www.instagram.com/kontor.erfurt

 

Titelbild: Christopher Schmid

 

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