Rückblicke

THAK Forum 2018 – eine Rückschau

Das Treffen der Zukunftsmacher und Strategiefinder aus Thüringen

Am 30. August fand das THAK Forum 2018 zum Thema „Marketing und Digitale Prozesse“ in Erfurt statt. Bereits zum dritten Mal traf man sich in vertrauter Atmosphäre im Atrium des ThEx-Gebäudes sowie im angrenzenden Großen Saal der IHK Erfurt. Die Erwartungshaltung an den ereignisreichen Tag war bei den Teilnehmern klar zu spüren. Immerhin wurde bei den vorherigen Branchentagen ein Niveau erreicht, das sich in der Branche und darüber hinaus herumgesprochen hatte. Das Atrium war bis auf den letzten Platz besetzt, und selbst Stehplätze wurden zur Mangelware. Neben dem fachlichen Austausch mit anderen Geschäftspartnern, diente das THAK Forum vor allem dazu, neue interessante Kontakte zu knüpfen, praxisnahe Informationen und Strategien zum Thema digitales Marketing zu erfahren sowie sich von visuellen kreativen Marketingideen inspirieren zu lassen. In ihrer Anmoderation brachten es die beiden Branchenexpertinnen der THAK, Anne Märtens und Claudia Köhler auf den Punkt: Thüringer Kreative finden die Antworten von morgen.

Wir brauchen Räume der Kreativität.

In seinem Grußwort setzte der Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft ein starkes Ausrufezeichen für die Kreativwirtschaft. „Ich brauche ihre Köpfe und Kreativität, um sie in Verbindung mit allen anderen Branchen dazu zu führen, noch innovativer zu werden“, so Wolfgang Tiefensee. Denn seine Vision sei es, dass Thüringen zu den innovativsten Standorten Deutschlands und Europas gehören wird.“ Mit seinen 500 Kreativunternehmen und einer Wertschöpfung von 100 Millionen Euro jährlich, sei die Kreativwirtschaft eine schwergewichtige Branche. Ihr Stellenwert müsse aber bei der Entwicklung von Produkten und von neuen Geschäftsmodellen stärker werden, betonte der Thüringer Minister. Das gehe nur durch horizontale Kontakte innerhalb der Branche sowie durch kooperative Wertschöpfungsketten in der Vertikalen. Seine Gespräche mit Kreativunternehmern seien immer sehr inspirierend und fallen bei ihm auf fruchtbaren Boden. So wird noch in diesem Jahr ein Design Thinking Raum in seiner Verwaltung eingerichtet, denn „wir brauchen Räume der Kreativität“, so Wolfgang Tiefensee.

Ich muss nicht das was in Estland stattfindet nochmal neu erfinden.

In seinem Impulsvortrag “Die Digitale Revolution – Denn sie wissen nicht, was sie tun!” machte Frank Tentler einen Rundumschlag über die rasante Entwicklung der Digitalisierung und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen. „Bei Digitalisierung geht es nicht immer nur um ein einzelnes Produkt, das vermarktet wird“, so der Experte für digitale Kommunikations- und Marketing-Projekte. Exemplarisch hierfür stehe der Global Player Amazon. Über seinen Onlineshop hinaus habe das Unternehmen eine Strategie entwickelt, um in das reale Leben zu kommen. So gebe es in den USA bereits über 400 Amazon Prime-Stores, die mit einem Finanzsystem hinterlegt sind. Es wird also ein komplett geschlossenes System entwickelt, in dem Dienstleistungen, die wir aus unseren Städten kennen, keine Rolle mehr spielen. Da helfe es auch nicht, zu jammern, sondern da müssten die Kommunen und Städte selbst Strategien entwickeln, wie sie mit den Herausforderungen der Digitalisierung umgehen. Was dabei hilft, ist die Vernetzung mit anderen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. „Ich muss nicht das, was beispielsweise in Estland stattfindet, nochmal neu erfinden“, so Frank Tentler, sondern sich mit denen austauschen. In Zeiten der Digitalen Revolution bedarf es des Blickes über den Tellerrand.

Let’s stick together – Passgenaue Formate für das eigene Unternehmen

In der zweiten Hälfte des eng getakteten Nachmittages ging es genau um das – Netzwerken, Wissensaustausch und Präsentieren von Dienstleistungen und Produkten. Die Teilnehmer nahmen die Energie aus der Keynote mit und mussten sich dann entscheiden, ob sie sich in aller Ruhe auf der Messe von den neuen Technologien rund um die Digitalisierung und Markenkommunikation inspirieren ließen oder in eine der spannenden und praxisnahen Sessions von „Wissen:teilen“ über das richtige Briefing, gut gemachte Social Media Kampagnen und Automatisierung von Prozessabläufen gingen. Im Atrium wiederum fanden zehn Spotlights statt. Hier stellten Thüringer Kreativunternehmer den gebannt zuhörenden Teilnehmern ihre neuesten und praxisorientierten Dienstleistungen vor.

Verbindende Erlebniswelten mit bedarfsgerechten Produkten schaffen

Wie spreche ich meinen möglichen Kunden an und löse bei ihm positive Kaufentscheidungen aus? Diese Frage eröffnet eine Vielzahl an Marketinglösungen und digitalen Strategien. „Das Ziel ist es, den Ball ins Tor zu bringen. Das gelingt, indem ich viele Touchpoints setze und damit beim Kunden Vertrauen schaffe“, so Holger Weser von Flymint. In den zehn Spotlights ging es um die Kontaktherstellung und Umsatzgenerierung durch Conversion, Leadmanagement sowie Influencer-Marketing, bis hin zur visuellen Verdichtung durch Zeichnen, Augmented Reality und Bewegtbild. Marko Hamel beispielsweise setzt auf die Stärken des direkten Austausches. Im persönlichen Gespräch fertigt er gleichzeitig eine Visualisierung der Inhalte an. Diese dient als Abgleich der jeweiligen Vorstellungen untereinander und fungiert als Basis für eine erfolgreiche Projektdurchführung. Das ist der Vorteil gegenüber standardisierten Verfahren. „Ein Bot macht genau das, was er vorher gelernt hat, aber er fragt nicht nach“, so der Geschäftsführer von Visual Selling. Überhaupt gilt es die Persönlichkeiten und die Geschichten rund um die einzelnen Produkte zu schärfen und zu profilieren. Dann ist einem auch mit geringem Budget die Aufmerksamkeit garantiert.

Im großen Saal der IHK Erfurt gruppierten sich zwanzig Messeaussteller um das Netzwerk-Café herum. Hier wurde in vertiefenden Einzelgesprächen über die neuesten Entwicklungen gesprochen und auf die Spotlight-Präsentation einzelner Aussteller eingegangen, Kontakte ausgetauscht und mögliche Synergien entdeckt. Die hohe Qualität und die Vielfalt der innovativen Thüringer Kreativunternehmer überzeugten die branchenübergreifenden Besucher. Am Platz waren Werbeagenturen, die sich auf Produktdesign, Markeninszenierung sowie digitale und automatisierte Marketingprozesse spezialisiert hatten. Ein weiterer Bereich umfasste visuelle Erlebniswelten durch 360 Grad Filme, Augmented Reality und Darstellungen im virtuellen Raum. Darüber hinaus gab es App-Entwickler mit smarten Lösungen für Onlineshops, Live Events und individualisierten und passgenauen Vorschlägen für den Nutzer.

Netzwerk und verdichtetes Wissen

Es war ein weit ausgebreitetes und gleichzeitig gut aufeinander abgestimmtes Netzwerk an Themen und anwenderfreundlichen Lösungsvorschlägen, die an diesem Nachmittag präsentiert wurden. Zwei besondere Highlights waren die Graphic und Poetic Recordings. Sandruschka begleitete ausgesuchte Programmpunkte und gab ihnen durch ihre pointierten Zeichnungen in Echtzeit eine besondere Note. Als finaler und verdichtender Abschluss des THAK Forums ließ Flemming Witt den intensiven Nachmittag in all seinen Facetten in einem ebenso rasanten wie gewitztem Gedicht Revue passieren. Beim anschließenden Sommerfest brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt: „Ich dachte zunächst, dass das Forum in diesem Jahr mit dem Thema „Marketing und Digitale Prozesse“ vielleicht etwas zu spitz ausgerichtet sei. Jetzt bin ich begeistert wie professionell und vielfältig die Unternehmen und die geballten Informationen heute waren und wie harmonisch alles ineinander griff. Der Nachmittag hat sich auf jeden Fall gelohnt!“

 

 

Text: Michael Krömer
Fotos: Thomas Müller

 

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