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Warum Outsourcing von Infrastruktur nicht immer leicht ist

Warum Infrastruktur outsourcen?

Meist sind es Kostenüberlegungen, die ein Unternehmen dazu veranlassen, die IT Infrastruktur nicht mehr selbst anzuschaffen. Während früher mit jedem Wachstum der Anforderungen neue Server in den Serverraum/-keller gestellt wurden, haben Unternehmen heute Alternativen. Viel zu schnelllebig ist die Entwicklung und zu dynamisch sind die Anforderungen. Die Hardware muss stetig auf dem neusten Stand sein und ohne Probleme miteinander arbeiten. Entsprechend kurz sind die Lebenszyklen von ganzen Systemlandschaften. Dazu kommen Überlegungen, dass die Hardware selten konstant ausgelastet ist und man damit außerhalb der Hauptnutzungszeiten nur einen Bruchteil der Hardware wirklich braucht. Gekaufte und sogar geleaste Hardware verursacht in der Zeit aber trotzdem die vollen Kosten. Die Reaktionszeiten sind ebenfalls ein treibendes Argument. Gegenüber wochenlangen Bestellprozessen kann hier innerhalb von Sekunden auf Anforderungen reagiert werden. Während das Management und die betriebswirtschaftlichen Abteilungen schnell zu dem Schluss kommen, hier statt eigener teurer Anschaffungen die benötigten Ressourcen anzumieten, ist es für den Betrieb meist eine Herausforderung. Aus Sicht des Betriebes spricht in erster Linie für ein Outsourcing, dass damit auch die Verantwortung der Betriebssicherheit bei Hardwaredefekten an den Provider übergeht. Die Bedenken sind meist in den Herausforderungen begründet, wie sich der Betrieb neu aufstellen muss. Deswegen sollte der Betrieb von Anfang an in ein Outsourcing-Projekt eingebunden werden.

 

Zu beachtende Beschränkungen

Hier ist zuerst zu prüfen, welche Anforderungen zu beachten sind. Dabei unterscheiden wir drei Bereiche:

1.) Die Nutzeranforderungen: Wie sicher müssen die Daten sein? Welche Zertifizierungen sind zu beachten? Was gibt der Datenschutz vor (Server in Europa?),…

2.) Die technischen Anforderungen: Welche Systeme sollen ausgegliedert werden? Welche Verbindungen gibt es unter den Systemen, welche Anforderungen an Ausfallsicherheit, Antwortgeschwindigkeit, Performance, Datensicherheit etc. haben diese? Gibt es Fallback, Backup oder parallele Systeme (für Test, Entwicklung, Abnahme, Schulung,…)? Welche Nutzungszeiträume bezüglich der Last gibt es? Wie schnell muss eine Lastanpassung geschehen?

3.) Die Anforderungen aus Prozessen: Wie ist der Betrieb organisiert, wie werden Aktualisierungen ausgerollt, welche Kompetenzen sind vorhanden? Welche neuen Konzepte denkt die Entwicklung an? Um all die Fragen richtig zu beantworten, Ängste der Umstrukturierung nicht aufkommen zu lassen und ein funktionierendes Konzept zu erstellen, raten wir unseren Kunden zuerst ein Beratungsprojekt durchzuführen. Diese sind in den meisten Fällen sogar förderfähig und sparen unter dem Strich immer Kosten.

 

Spezialfall Skalierung

In jeder Ausgabe einer IT Fachzeitschrift wird dargelegt, wie heute mit Hilfsmitteln wie Microservices, Docker, Swarm, Kafka, Kubernetes, etc. nahezu automatisch skaliert werden kann. Und in der Tat kann man mit recht einfachen Mitteln so schnell eine skalierbare Systemlandschaft erschaffen. Doch was ist mit den Unternehmen, deren Software über Jahre gewachsen ist? Deren Softwarearchitektur keine schnelle Unterteilung in parallel arbeitende Microservices zulässt? Deren zentrale Datenhaltung fernab des Denkens in Datenströmen ist? Auch hier gibt es Lösungen. Diese müssen aber meist speziell an die Bedürfnisse angepasst werden. Gute IaaS (Infrastructure as a Service) Provider bieten eine gute API (Anwendungsprogrammierschnittstelle), mit deren Hilfe und ein paar zusätzlichen Tools man die Wünsche umsetzen kann.

 

Der Autor

Markus Duelli ist Diplomingenieur im Bereich Medientechnologie und Geschäftsführer der wisit media GmbH. Er berät Unternehmen, die mit dem Gedanken spielen, Teile ihrer Infrastruktur auszulagern.

 

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